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Topographien der Antike in der literarischen Aufklärung

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Annika Hildebrandt, Charlotte Kurbjuhn and Steffen Martus

«Die Antike» als eine der zentralen Referenzen der deutschen Aufklärung ist keineswegs homogen, sondern zeichnet sich durch ihre Pluralität aus. Namen und eben auch Lokalitäten implizieren auf kompakte Weise ästhetische Konzepte, anthropologische Programme, ethisch-moralische Normen, Gesellschaftsmodelle, politische Orientierungen oder Ideale literarischer Kommunikation. Die antike Tradition verfügt über eine interne Topographie mit verschiedenen anspielungsreichen Orten; und sie wird von bestimmten Orten aus adressiert und vereinnahmt. In Poetiken und Vorreden, in Bildprogrammen von Titelkupfern und Vignetten oder in Entscheidungen für Gattungen, Sujets und Motive trägt der Rekurs auf die Antike dazu bei, wiedererkennbare Profile zu etablieren. Dabei interagieren literarische Projekte mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich aus den regionalen Bedingungen herleiten.

Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Ordnungen, die dieser Pluralität der Antike im 18. Jahrhundert zugrunde liegen. Sie fragen danach, wie die literarische Aufklärung auf das vielfältige Angebot der Überlieferung zugreift, um Positionen in den Konkurrenzen und Allianzen des literarischen Feldes zu kennzeichnen.

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Erhabene Schöpfung Ein von Boileau an Racine erarbeiteter Topos und seine deutschen Verortungen (Alexander Nebrig)

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ALEXANDER NEBRIG

Erhabene Schöpfung

Ein von Boileau an Racine erarbeiteter Topos und seine deutschen Verortungen

Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass literarische Topoi nicht kreiert, sondern kommunikativ erarbeitet werden. Gemeinplätze verweisen auf Gemeinschaften. Dass diese selbst verortet sind, wird stillschweigend vorausgesetzt. Es wäre daher wünschenswert, die Historiographie der Topik um eine Topographie der Topik zu ergänzen. Mit anderen Worten wäre zu prüfen, wo die zeitliche Transformationskette erarbeitet wird. Dass es dabei notwendig ist, den Raum sowohl relational als auch geographisch aufzufassen, möchte ich am Beispiel eines Topos zeigen, den der transnationale Erhabenheitsdiskurs im achtzehnten Jahrhundert hervorgebracht hat.

I.  Hiob 38,11

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