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Simpliciana XXXVIII (2016)

Series:

Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält 19 Vorträge, die während der interdisziplinären Tagung zum Thema «Schuld und Sühne im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Frühen Neuzeit» vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus fanden zehn weitere Beiträge Eingang in das neue Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

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„Confessio“ oder „conversio“? Lyrische Buß-Konzeptionen bei Vetter und Spee – samt eines Ausblicks auf Grimmelshausen (Kai Bremer)

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KAI BREMER (Gießen)

„Confessio“ oder „conversio“?Lyrische Buß-Konzeptionen bei Vetter und Spee – samt eines Ausblicks auf Grimmelshausen

Den folgenden Überlegungen liegt die Beobachtung zugrunde, dass der Strukturwandel, der durch die Reformation in weiten Teilen Europas ausgelöst wurde und den wir seit inzwischen rund drei Jahrzehnten in der Regel als Konfessionalisierung bezeichnen,1 immer noch nicht substantiell in den Wissenschaften reflektiert wird, die sich historisch mit den Künsten, also vornehmlich Musik, Malerei, Bildhauerei, Theater und natürlich Literatur, befassen. Diese Beobachtung mag Leser der vorliegenden Zeitschrift angesichts der umfassenden germanistischen Beiträge zur Konfessionalisierung überraschen. Immerhin wurde in der Germanistik die Konfessionalisierungsthese früh rezipiert.2 Zudem war durch die bahnbrechende Forschung Dieter Breuers zur oberdeutschen Literatur längst die konfessionelle sprachlich-literarische Trennung der katholischen und protestantischen Kultur im alten Reich hinlänglich bekannt.3 So entstanden in den 1990er Jahren zahlreiche literaturhistorische Studien, die die Ergebnisse der Konfessionalisierungsforschung der Geschichtswissenschaft und von Breuers Studie berücksichtigten. ← 281 | 282 → Zu denken ist beispielsweise an die Bände zur frühneuzeitlichen Lyrik von Hans-Georg Kemper,4 den zweiten Band von Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, den Werner Röcke und Marina Münkler herausgegeben haben,5 oder auch die Dissertation des Verfassers.6 All diesen Arbeiten ist gemeinsam, dass sie ,Konfessionalisierung‘ in erster Linie thematisch und sozialhistorisch berücksichtigt haben. In Ergänzung dazu möchte ich die These stark machen, dass sich die Konfessionalisierung in der Literatur, und vielleicht auch in anderen Künsten, nicht nur...

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