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Simpliciana XXXVIII (2016)

Series:

Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält 19 Vorträge, die während der interdisziplinären Tagung zum Thema «Schuld und Sühne im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Frühen Neuzeit» vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus fanden zehn weitere Beiträge Eingang in das neue Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

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Schuld und Sühne in Georg Philipp Harsdörffers Schauplätzen, exemplifiziert am Umgang mit Jean-Pierre Camus (Judit M. Ecsedy)

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JUDIT M. ECSEDY (Budapest)

Schuld und Sühne in Harsdörffers Schauplätzen, exemplifiziert am Umgang mit Jean-Pierre Camus1

In der Vorrede zum Grossen Schauplatz jämmerlicher Mordgeschichte2 bemerkt Harsdörffer, dass der Bischof von Belley und Verfasser von Schriften in der Tradition der histoires tragiques, Jean-Pierre Camus (1584–1652), ein ‚Eiferer‘ sei, „der alles gerne auf seine Religion ziehen wollen, mehrmals mit nachtheil anderer frommen Christen“.3 Da er aus zahlreichen Camus-Sammlungen massiv schöpfte, stellt sich die Frage, wie ein protestantischer ,Dichter-Jurist‘ die Stoffe eines französischen, katholischen Bischofs transformiert? Was übernimmt er aus den Camus-Sammlungen? Was lässt er aus? Wie funktioniert genau die Anpassung? Wie bearbeitet er die Stoffe? Gibt es überhaupt eine konfessionelle Umprägung und, wenn ja, wie funktioniert sie?

Forschungsstand

Rosmarie Zeller untersucht in ihrem Aufsatz „Harsdörffers Mordgeschichten in der Tradition der Histoires tragiques“4 die Tradierung ← 363 | 364 → einiger Entlehnungen aus Camus’ Amphithéâtre sanglant5 in den Schauplätzen und kommt zu dem Schluss, dass „Harsdörffer bei seiner Bearbeitung alles auslässt, was einen konfessionellen Charakter hat“.6 Misia Doms hat ebenfalls dieses Korpus untersucht;7 sie hat die ersten 35 Mordgeschichten mit den Vorlagen im AS verglichen und ist zu der Erkenntnis gelangt, dass katholische Themen und Motive Harsdörffers Übernahmen nicht sonderlich beeinflussen würden: Katholiken handelten und lebten auch in den JMG-Fassungen als Katholiken, so Doms. Im Großen und Ganzen würde sich Harsdörffer bei der Transformierung...

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