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Teuerungsklauseln in Lohnvereinbarungen und ihre Wirkungen

Eine ökonomische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Verhältnisse

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Ulrich Fiechter

Die vorliegende Untersuchung befasst sich insbesondere mit folgenden Fragen: Welche Teuerungsklauseln werden in Lohnvereinbarungen verankert und wie funktionieren sie? Kann man durch solche Regelungen ein bestimmtes Realeinkommen bei Inflation ganz, teilweise oder überhaupt nicht erhalten? Sind von den verankerten Klauseln erwünschte oder unerwünschte Beschäftigungswirkungen zu erwarten? Wie beeinflussen diese Abmachungen die Preisniveauentwicklung, die Einkommensumverteilung und die Verhandlungskosten? Als Grundlage dienen dieser Arbeit die im privaten und öffentlichen Sektor der Schweiz praktizierten Lohnvereinbarungen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen gelten jedoch nicht nur für schweizerische Verhältnisse sondern lassen sich auch auf andere marktwirtschaftlich ausgestaltete Volkswirtschaften übertragen.
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2. Die vereinbarten Teuerungsklauseln im Ueberblick

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2.    DIE VEREINBARTEN TEUERUNGSKLAUSELN IM ÜBERBLICK

Für diese Arbeit ist es nicht erforderlich, alle in Gesamtarbeitsverträgen und öffentlichen Besoldungsordnungen existierenden Regelungen im einzelnen darzustellen, da die meisten auf ein paar Grundformen zurückgeführt werden können. Dabei wird zur Systematisierung von zwei Extremfällen ausgegangen: erstens von Verträgen ohne Verankerung einer Teuerungsklausel und zweitens von jenen mit vollständigem Teuerungsausgleich durch Indexierung. Wird keine Abmachung über den Teuerungsausgleich getroffen, dann trägt jede Vertragspartei über die Laufzeit des Vertrages das Risiko, dass die tatsächlichen von den erwarteten Realeinkommenszahlungen abweichen (vgl. Abschnitt 4.2).

Der zweite Extremfall ist dadurch gekennzeichnet, dass bei Inflation der Reallohn eines Arbeitnehmers über eine Vertragsperiode annähernd konstant bleibt ; dies wird mittels einer vertraglichen Bindung der Nominallöhne an die Entwicklung einer Preisindexziffer erreicht. Die Vertragsabmachung ist dabei derart ausgestaltet, dass jede Lohnzahlung dem neusten Preisindexstand angepasst werden muss. Dadurch ergeben sich beim Arbeitnehmer kaum reale Gewinne oder Verluste infolge falscher Einschätzung der zukünftigen Inflationsrate.

Zwischen diesen beiden Varianten bestehen Abmachungen, welche zwar keinen konstanten Reallohn garantieren, jedoch die Anpassung der Löhne während der Vertragsdauer regeln. Insgesamt sind zwei Hauptgruppen von Teuerungsklauseln zu unterscheiden: erstens Regelungen mit Verhandlungsklauseln und zweitens Regelungen mit Gleitlohnklauseln. Jede dieser Hauptgruppen kann weiter in eine Gruppe mit periodenabhängiger und eine solche mit periodenunabhängiger Klausel aufgeteilt werden. Diese vier Gruppen werden im folgenden kurz erläutert. ← 7 | 8 →

2.1  Die periodenabhängige Verhandlungsklausel

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