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Teuerungsklauseln in Lohnvereinbarungen und ihre Wirkungen

Eine ökonomische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Verhältnisse

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Ulrich Fiechter

Die vorliegende Untersuchung befasst sich insbesondere mit folgenden Fragen: Welche Teuerungsklauseln werden in Lohnvereinbarungen verankert und wie funktionieren sie? Kann man durch solche Regelungen ein bestimmtes Realeinkommen bei Inflation ganz, teilweise oder überhaupt nicht erhalten? Sind von den verankerten Klauseln erwünschte oder unerwünschte Beschäftigungswirkungen zu erwarten? Wie beeinflussen diese Abmachungen die Preisniveauentwicklung, die Einkommensumverteilung und die Verhandlungskosten? Als Grundlage dienen dieser Arbeit die im privaten und öffentlichen Sektor der Schweiz praktizierten Lohnvereinbarungen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen gelten jedoch nicht nur für schweizerische Verhältnisse sondern lassen sich auch auf andere marktwirtschaftlich ausgestaltete Volkswirtschaften übertragen.
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5. Messung von Realeinkommens- und Preisniveauentwicklung

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5.    MESSUNG VON REALEINKOMMENS- UND PREISNIVEAUENTWICKLUNG

Die Forderung nach Teuerungsausgleich wird von den Arbeitnehmern meistens mit dem Argument begründet, dass das Realeinkommen zu erhalten sei. Dabei möchten sie vermeiden, dass der tatsächliche Reallohn infolge unerwarteter Preisniveauerhöhung unter den bei Vertragsabschluss erwarteten Reallohn fällt (vgl. Unterabschnitt 4.2.1). Da jedoch Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Regel einen Nominallohn und nicht einen Reallohn vertraglich vereinbaren, kann der Arbeitnehmer nachträglich aufgrund seines Realeinkommensverlustes keinen rechtlichen Anspruch auf Ausgleich erheben. Ein solcher Anspruch ist nur bei vertraglicher Verankerung eines Realeinkommens gerechtfertigt. Wird dementsprechend ein vollständiger Teuerungsausgleich zur Erhaltung des Realeinkommens fixiert, dann haben sich die Vertragspartner auch auf einen bestimmten Preisindex zu einigen. Meistens wird dabei der Landesindex der Konsumentenpreise als Massstab zur Beurteilung der Realeinkommensentwicklung verwendet. Aber auch im Fall von Verhandlungen verwenden Arbeitnehmer und Arbeitgeber eigentlich ausschliesslich die Entwicklung des Konsumentenpreisindexes als Mass für den Teuerungsausgleich.

Die grosse Bedeutung, welche insbesondere die Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Lohnanpassung der Entwicklung des Konsumentenpreisindexes beimessen, erfordert eine ausführlichere Behandlung einiger mit diesem Massstab zusammenhängender Probleme. Dabei werden im ersten Abschnitt verschiedene in Fachkreisen bekannte Schwierigkeiten einer genaueren Realeinkommensmessung dargestellt. In den beiden weiteren Abschnitten erfolgt dann die Darlegung von Besonderheiten des schweizerischen Landesindexes der Konsumentenpreise. Dabei wird im wesentlichen die Eignung dieses Indexes für die Messung der rein monetär bedingten Preisniveauentwicklung, welche letztlich für den Teuerungsausgleich relevant ist, diskutiert. ← 67 | 68 →

5.1  Messung der Realeinkommensentwicklung

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