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Die Flucht vor der Vernunft und die Suche nach ihr

Beiträge chinesischer Germanisten zur internationalen Germanistik

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Edited By Maoping Wei

Die chinesische Germanistik erlebt gegenwärtig ihre Blütezeit – insbesondere dadurch, dass die Zahl der Universitäten, an denen man Germanistik als Bachelorstudiengang belegen kann, stark gestiegen ist. Die vorliegende Publikation besteht aus den Beiträgen chinesischer Germanisten, die eben dieser Universitätslandschaft entstammen.

Der Band ist viergeteilt. In einem ersten Abschnitt werden Beiträge zur deutschen Literatur mit Schwerpunkt auf der Textanalyse vorgestellt. Die Mehrzahl der Arbeiten des zweiten Teils «Zwischen China und Deutschland» betrachtet die chinesisch-deutschen Literaturbeziehungen, um auf diesem Spannungsfeld der Selbst- und Fremdbilder intellektuelle wie auch ästhetische Brücken zwischen China und Deutschland zu schlagen. Der dritte Teil widmet sich dem Thema «Märchen oder Magie». Die Referenten dieser Beiträge haben wohl geahnt, dass im Wunderbaren das Wesen der Literatur liegt und die Flucht vor der Vernunft durch ihre Forschungsthemen ebenfalls eine Suche nach ihr ist. Der vierte Teil, «Varia», beinhaltet verschiedene Beiträge über chinesisch-deutsche Fragestellungen wie Übersetzung oder Ausbildung.

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Brecht-Rezeption auf der chinesischen Bühne (Yin Yu)

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VON YIN YU (SHANGHAI)

Brecht-Rezeption auf der chinesischen Bühne

Abstract: Die Brecht-Rezeption in China begann Ende der 1920er und erlebte Ende der 1950er Jahre durch die Uraufführung von Mutter Courage und ihre Kinder auf der chinesischen Bühne den ersten Höhepunkt. Nach der Kulturrevolution begann 1979 das zweite Brecht-Fieber und hielt bis in die 1990er Jahre an. Chinesische Dramatiker und Germanisten setzten sich verstärkt mit Brecht auseinander. Mehrere Brecht-Theaterstücke wurden inszeniert und erzielten beachtliche Erfolge. Großen Anklang fand Brecht bei den modernen chinesischen Dramatikern. Unter seinem Einfluss verfassten und inszenierten sie ihre eigenen experimentellen Theaterstücke.

In China geriet Brecht 1929 zum ersten Mal in den Blick. In der Zeitschrift Beixin (Nr.13) wurde eine Übersetzung mit dem Titel Die gegenwärtige deutsche Bühne veröffentlicht, deren Originaltext aus der Literaturbeilage von The Times (April 1929) kam und vom Dramaturgen und Übersetzer Zhao Jingshen (1902–1985) aus der englischen Sprache ins Chinesische übersetzt worden war. Später wurde dieser Artikel mit dem Titel Das moderne deutsche Theater als ein Kapitel in den von Zhao 1930 in Shanghai herausgegebenen Überblick über die moderne Weltliteratur aufgenommen, in dem der Herausgeber feststellte, dass die Epoche des Expressionismus in Deutschland schon vorbei und der neue Realismus entstanden sei. Außerdem hat er die chinesischen Leser mit dem jungen Bertolt Brecht bekannt gemacht und dessen 1922 veröffentlichtes Theaterstück Trommeln in der Nacht rezensiert: „Die Handlung des 1....

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