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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Oliver Völker: Die Erde – ausbuchstabiert: Alfred Döblins Berge Meere und Giganten

Die Erde – ausbuchstabiert: Alfred Döblins Berge Meere und Giganten

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Oliver Völker

Abstract: Der Artikel argumentiert, dass sich Berge Meere und Giganten durch seine mediale und narrative Form mit nicht-menschlichen Zeitformen und Prozessen auseinandersetzt. In der heterogenen Fülle von deskriptiven und enumerativen Verfahren, die Döblin als Erneuerung epischer Erzählmuster versteht, werden menschliche Akteure in einem lebendigen Dickicht von natürlichen, aber auch technologischen Strukturen verortet, die sich in ihrer raum-zeitlichen Komplexität einer unmittelbaren Anschauung entziehen.

Keywords: Adalbert Stifter, Alfred Döblin, Berge Meere und Giganten, Der Nachsommer, Natur, Schriftlichkeit, Zeitlichkeit

In Adalbert Stifters Roman Der Nachsommer1 (1857) findet sich eine Textstelle, an der unterschiedliche Bereiche der Natur, ihre technisch gestützte Wahrnehmung und schließlich ihre sprachliche Darstellung im Medium des literarischen Texts in eine enge Konstellation gerückt werden:

Wenn das Wasser in unendlich kleinen Tröpfchen, die kaum durch ein Vergrößerungsglas ersichtlich sind, aus dem Dunste der Luft sich auf die Tafeln unserer Fenster absezt, und die Kälte dazu kömmt, die nöthig ist, so entsteht die Decke von Fäden Sternen Wedeln Palmen und Blumen, die wir gefrorene Fenster heißen. Alle diese Dinge stellen sich zu einem Ganzen zusammen, und die Strahlen die Thäler die Rücken die Knoten des Eises sind durch ein Vergrößerungsglas angesehen bewunderungswürdig. Eben so stellt sich von sehr hohen Bergen aus gesehen die niedriger liegende Gestalt der Erde dar. (HGK 4.1, 43)

Das Fenster markiert einen Übergangsbereich zwischen Innenraum und...

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