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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Carl Gelderloos: Döblins Subjektkritik als kritischer Posthumanismus

Döblins Subjektkritik als kritischer Posthumanismus

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Carl Gelderloos

Abstract: In diesem Aufsatz wird die Verwendbarkeit des Begriffs ‚Posthumanismus‘ auf Döblins Roman Berge Meere und Giganten erprobt wie auch umgekehrt, um zu fragen, wie sie sich gegenseitig beleuchten. Kann man zwischen einem technophilen, mit dem ‚Transhumanismus‘ verwandten Posthumanismus auf der einen Seite und einem kritischen Posthumanismus auf der anderen Seite unterscheiden, so hat Berge Meere und Giganten und Döblins Oeuvre im Allgemeinen eher einen Bezug zu diesem als zu jenem. Demnach wäre Berge Meere und Giganten nicht an erster Stelle wegen seiner Darstellung der Technik oder seiner Prognose einer katastrophalen Zukunft als ‚post-human‘ zu bezeichnen, sondern in seiner spezifischen Kritik am klassischen Humanismus. Insofern nimmt Döblins Zukunftsroman von 1924 wichtige Aspekte eines gegenwärtigen theoretischen Paradigmas vorweg.

Keywords: Humanismus, Posthumanismus, Science-Fiction, Zukunftsroman, Körper, Dualismus, Gewalt

Inwiefern dürfen die monströsen Geschehnisse und Gebilde in Berge Meere und Giganten als ‚post-human‘ gelten? Döblins Zukunftsroman – wie seine anderen Schriften aus der Weimarer Republik – problematisiert klassische Konzepte des Humanismus und des Menschen überhaupt: Vorstellungen, die Autonomie, Handeln, psychische Innerlichkeit oder den Dualismus von Geist und Körper hervorheben. Was heißt es aber, diesen Text im Kontext des Posthumanismus zu betrachten – oder auch umgekehrt? Im alltäglichen Gebrauch versteht man das Posthumane als ein verändertes Verhältnis zwischen Menschen und ihren Existenzbedingungen, vor allem der Technik. Diese Idee des Posthumanen bringt Fantasiegebilde – und nicht nur Fantasiegebilde – des zunehmenden Zusammenfließens technischer und organischer Körper hervor,...

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