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Das Leben in einem Rosa Licht sehen - Ver la vida de color de Rosa

Festschrift für Rosa Piñel.

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Edited By ISABEL GARCÍA ADÁNEZ, MARÍA JESÚS GIL VALDÉS, Paloma Sánchez-Hernández, Maria Luisa Schilling and IRENE SZUMLAKOWSKI MORODO

Rosa Piñel López es una pionera en la enseñanza, la investigación y la apertura de vías de difusión de la Filología Alemana en todas sus posibles facetas. Con este volumen colectivo, editoras y autores deseamos celebrar todos los vínculos, académicos y personales que nos unen con ella.

Este libro reúne treinta y una contribuciones internacionales organizadas en torno a los cuatro núcleos temáticos que constituyen los ejes principales de la investigación y la docencia de Rosa Piñel: lingüística alemana y didáctica del alemán; fraseología del alemán y del español; relaciones hispano-alemanas y estudios contrastivos e interculturales y, por último, publicidad y arte.

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„Seltsam und befremdend“, „mit allen Schauern und Schrecknissen“: tautologisch gehäufte Satzglieder in Heinrich von Kleists Erzählprosa

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1 Einleitung und Abgrenzung des Studienobjekts

In Heinrich von Kleists Erzählungen1 sticht – neben einer Reihe von anderen grammatischen Eigenheiten2 – eine gewisse sprachliche Vorliebe für gehäufte Satzglieder ins Auge3. In den meisten Fällen lässt sich diese diskursive Strategie, die bisher in einschlägigen Studien zu seiner Sprache wenig Beachtung gefunden hat, durch den dramatisierenden Duktus erklären, der seiner Prosa generell zugrunde liegt und der zu ständigen Intensivierungen der Handlung durch deren eskalierende Beschreibung tendiert. Das erzählende Genre war für Kleist gegenüber dem Drama ein minderes, zu dem sich „herablassen zu müssen ihn grenzenlos gedemütigt“4 hatte. In vollem Bewusstsein der kommunikativen Unzulänglichkeit der Sprache bedeutete diese paradoxerweise das einzige ihm zur ←187 | 188→Verfügung stehende Instrument, um sich mitzuteilen5, und so legte er vielleicht gerade deshalb besonderen Wert auf Ausdrucksstärke und Nachdrücklichkeit6. In seinem Prosafragment „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“7 parodiert er das französische Sprichwort L’appétit vient en mangeant als L’appétit vient en parlant, indem er eingesteht: „Ich mische unartikulierte Töne ein, ziehe die Verbindungswörter in die Länge, gebrauche auch wohl eine Apposition, wo sie nicht nötig wäre, und bediene mich anderer, die Rede ausdehnender, Kunstgriffe, zur Fabrikation meiner Idee auf der Werkstätte der Vernunft, die gehörige Zeit zu gewinnen“. Konjunktionen sind derartige Verbindungswörter, Scharniere8. Sie können gewissermaβen als solche „die Rede ausdehnenden...

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