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Simpliciana XLII (2020)

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Edited By Peter Hesselmann

Der XLII. Jahrgang der Simpliciana enthält die Vorträge, die während der Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft zum Thema „Dispositionsformen und Ordnungsvorstellungen bei Grimmelshausen und in der Literatur der Frühen Neuzeit“ Anfang August 2020 in Münster gehalten wurden. Zusätzlich werden fünf Beiträge veröffentlicht, die sich dem Werk Grimmelshausens aus verschiedenen Perspektiven nähern.

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‚Theil oder Buch‘? Implikationen biblionomer Ordnungsmuster zwischen dem Kalkül des „Simplicianischen Autors“ und verlegerischer Kalkulation

„Theil oder Buch“? Implikationen biblionomer Ordnungsmuster zwischen dem Kalkül des „Simplicianischen Autors“ und verlegerischer Kalkulation

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NICOLA KAMINSKI (Bochum)

Die Rede von „Grimmelshausens Zehn-Bücher-Zyklus“,1 vom „Simplicianische[n] Zyklus“2 respektive den „Simplicianischen Schriften“3 (mit der Implikation, daß damit jener Zehn-Bücher-Kanon gemeint sei4) ist in der Grimmelshausen-Forschung gängige Münze. Und regelmäßig tritt dann (explizit oder implizit) der vielzitierte Passus vom Ende der Vorrede zum zweiten „theil“ des Wunderbarlichen Vogel-Nests in den Zeugenstand, der „solche Zusammenfügung“ 1675 paradox, gegen alles aus dem vorausliegenden Publikationsverlauf Erwartbare, feststellt:

Sonsten wäre dieses billich das zehende Theil oder Buch deß Abentheuerlichen Simplicissimi Lebens-Beschreibung/ wann nemlich die Courage vor das siebende/ der Spring ins Feld vor das achte/ und das erste part deß wunderbarlichen Vogel-Nests vor das neundte Buch genommen würde […].5

Ich zitiere vorerst nur den ersten, ‚konstruktivistischen‘ Teil dieser Setzung, um die Aufmerksamkeit auf eine Phrase zu lenken, die bisher, soweit ich sehe, nicht zum Problem geworden ist: „Theil oder Buch“. Selbst in Jörg Jochen Berns’ minutiöser „Problemskizze […] in fünfzehn Thesen“ zum „Zyklus-Problem“ und zu den davon abhängigen „sehr weitreichende[n] Fragen“ unterschreitet diese Formulierung, mit der buchstäblich das Ganze auf dem Spiel steht, die Aufmerksamkeitsschwelle.6 Wiewohl nämlich Berns eingangs, zu Recht, betont, daß die „Zusammengehörigkeit“ „jener zehn Bücher“ vom „‚Simplicianische[n] Autor‘ in der Vorrede zum zweiten Vogel-Nest-Traktat behauptet“ werde,7 gilt sie ihm dann, von der ersten These an, nicht als fraglich, sondern bereits als gegeben. Der starke, durch den „Simplicianische[n] Autor“ nicht vorgegebene...

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