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Simpliciana XLII (2020)

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Edited By Peter Hesselmann

Der XLII. Jahrgang der Simpliciana enthält die Vorträge, die während der Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft zum Thema „Dispositionsformen und Ordnungsvorstellungen bei Grimmelshausen und in der Literatur der Frühen Neuzeit“ Anfang August 2020 in Münster gehalten wurden. Zusätzlich werden fünf Beiträge veröffentlicht, die sich dem Werk Grimmelshausens aus verschiedenen Perspektiven nähern.

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Vom Übersetzen eines europäischen Bestsellers – Quevedos Sueños

Vom Übersetzen eines europäischen Bestsellers – Quevedos Sueños

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ERIC ACHERMANN (Münster)

Woran mag es liegen, dass Untersuchungen von historischen Übersetzungen auf wenig Interesse stoßen? Sind es der Mangel an Authentizität, an Originalität oder an Zugänglichkeit, welche auch die erfolgreichsten Übersetzungen aus dem Blickfeld der Literaturgeschichte drängen? Fest steht, dass Übersetzungen in der Regel eine geringe Halbwertszeit aufweisen, es sei denn, wir machen aus Übersetzungen, was sie nicht sind, nämlich Originale, oder zumindest originelle Adaptationen. Fest steht auch, dass sie einige Umstände bereiten: Sie erfordern Kenntnisse in fremden Sprachen, das geduldige Sichten konkurrierender Ausgaben und Exemplare, eine hohe Aufmerksamkeit für unterschiedliche Literatur- und Gattungskonzepte sowie für unterschiedliche historische und regionale Bedingungen, vulgo ‚Kontexte‘. Sie setzen das Beobachten und Festhalten oftmals wenig spektakulärer, mehr oder minder bedeutender Details in oftmals wenig spektakulären, mehr oder minder bekannten Texten voraus.

Und doch hat sich die Literaturgeschichtsschreibung dieser Aufgabe zu stellen. Die Poetik der Zeit folgt bekanntlich Leitkonzepten wie ‚imitatio‘ und ‚aemulatio‘. Ist auch die Erforschung dieser Konzepte und deren wechselseitigen Verhältnisses alles andere als abgeschlossen,1 so steht außer Zweifel, dass die schriftstellerische Praxis sich an Mustern und Modellen nicht nur orientiert, sondern sich zudem als eine derart orientierte Praxis zu erkennen gibt. Produktion sowie Beurteilung nehmen Maß an einem Kanon, der sich bei genauerem Hinsehen als wesentlich flexibler erweist, als es heutiger Vorstellung entspricht. Das Corpus kanonischer Werke lässt sich für die Frühe Neuzeit nicht auf eine ebenso überschaubare wie...

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