Show Less
Restricted access

Simpliciana XLII (2020)

Series:

Edited By Peter Hesselmann

Der XLII. Jahrgang der Simpliciana enthält die Vorträge, die während der Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft zum Thema „Dispositionsformen und Ordnungsvorstellungen bei Grimmelshausen und in der Literatur der Frühen Neuzeit“ Anfang August 2020 in Münster gehalten wurden. Zusätzlich werden fünf Beiträge veröffentlicht, die sich dem Werk Grimmelshausens aus verschiedenen Perspektiven nähern.

Show Summary Details
Restricted access

Der Simplicissimus Teutsch/Deutsch im „Literarischen Quartett“ (1. Mai 2020)....................................................................................

Der Simplicissimus Teutsch/Deutsch im „Literarischen Quartett“ (1. Mai 2020)

Extract

Das „Literarische Quartett“ mit der Schriftstellerin und Publizistin Thea Dorn als Prima inter Pares diskutierte in der ZDF-Sendung am 1. Mai 2020 neben drei anderen Romanen – laut Ankündigung im Internet angeblich „Aufbauende Literatur in Zeiten von Corona“ – den Abenteuerlichen Simplicissimus Deutsch. Gemeint war also die von Reinhard Kaiser „aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts“ übertragene Fassung von Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch in der „Anderen Bibliothek“. Kaisers Translation wurde von den vier Teilnehmern (außer Thea Dorn Eva Menasse, Eugen Ruge und Matthias Brandt) ohne Einschränkung gelobt. Die kongeniale Sprache habe den meisten von ihnen die Neulektüre des ‚Originals‘ nach unterschiedlichen Ersterfahrungen mit dem barocken Werk in der Schule erleichtert. Auch stimmte die Runde in der Wertschätzung von Grimmelshausens Großroman überein; von Disput konnte ausnahmsweise keine Rede sein: Nachdem die Gastgeberin, die den Simplicissimus für sich reserviert hatte, einleitend einen kursorischen Überblick über die Handlung mit dem Schwerpunkt auf den verschiedenen Rollen des Titelhelden geboten hatte, ergab sich eine lebhafte Debatte, die zwar nicht auf Michail Bachtin zurückgriff, doch den Roman als großen „Jahrmarkt“ der Welt (Eva Menasse) charakterisierte. Überhaupt wurde dieser als komplexer Welt-Spiegel aufgefasst, der kein relevantes Thema ausspare und daher noch und gerade heute höchst aktuell sei. Dabei klang der Aspekt der „Vergeblichkeit“ an, ohne dass sich der Eindruck einstellte, es werde der angelesene vanitas-Begriff kaschiert. Der simplicianische Humor des Autors wurde gebührend angesprochen und an einzelnen Textstellen illustriert. So konnte es nicht ausbleiben, dass – mit einem Seitenblick auf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.