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MIMOS 2020

Jossi Wieler

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Edited By Paola Gilardi

Jossi Wieler ist einer der prägendsten Schauspiel- und Opernregisseure im deutschsprachigen Raum. Kreation im Dialog und tiefgründige Erkundungen eines Stoffs auf seine gesellschaftspolitische Relevanz für die Gegenwart zeichnen sein Schaffen aus. Mehrstimmig gibt der vorliegende Band Einblick in seine Arbeitsweisen, die wechselseitige Inspiration im Probenprozess und die Ethik seiner Ästhetik.

Jossi Wieler est l’un des metteurs en scène de théâtre et d’opéra les plus influents de l’espace germanophone. Son art repose sur la création en dialogue et sur une exploration des pièces et partitions à la recherche de leur pertinence pour le monde d’aujourd’hui. A plusieurs voix, cet ouvrage met en lumière sa démarche, l’inspiration mutuelle dans le processus de répétition, et l’éthique de son esthétique.

Jossi Wieler è uno dei registi teatrali e d’opera più apprezzati nel mondo germanofono. La creazione in dialogo e lo scavo nelle pièce e partiture al fine di estrapolarne la rilevanza per il presente caratterizzano il suo lavoro. A più voci, questo volume mette in luce il suo approccio, l’importanza dell’ispirazione reciproca nel processo creativo, e l’etica della sua estetica.

As one of the defining theatre and opera directors in the German-speaking world, Jossi Wieler has developed his signature style by creating ideas through dialogue and dissecting works for their socio-political relevance for present-day audiences. In this volume, a range of voices shed light on his working methods, the significance of reciprocal inspiration in the creative process and the ethics of his aesthetic.

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Auf der Reise im Kunst-Zeitraffer

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Seit dreissig Jahren arbeitet der Schauspieler André Jung kontinuierlich mit dem Regisseur Jossi Wieler zusammen: zunächst am Theater Basel (1988–1993), danach am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (1993–2000) und am Schauspielhaus Zürich (2000–2004), dazwischen auch bei Produktionen im Rahmen von renommierten Festivals sowie zuletzt an den Münchner Kammerspielen (2004–2015). Die aktuelle Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals Stück Das Bergwerk zu Falun, die aufgrund von Covid-19 ausfallen musste, soll an den Salzburger Festspielen im Sommer 2021 Premiere feiern.

Ein Gespräch über die Kunst der Verständigung zwischen Schauspieler und Regisseur, tiefes Vertrauen und den Mut zum Scheitern als Grundlage einer künstlerischen Partnerschaft und Freundschaft.

Yvonne Schmidt: Ihre Zusammenarbeit mit Jossi Wieler begann 1990 am Theater Basel. Wie kam es zu dieser ersten Begegnung?

André Jung: Ich war damals am Schauspielhaus Zürich fest engagiert. Jossi kannte ich kaum. Er begann 1983 in Heidelberg zu inszenieren, als ich dort wegging. Ich hatte mich bei Frank Baumbauer, dem damaligen Intendanten in Basel, beworben und Jossi war dort als Hausregisseur engagiert. Er kam also nach Zürich, und wir haben ein erstes Gespräch geführt. Er war mir sofort sympathisch, also habe ←148 | 149→ich gesagt: «Auf jeden Fall kann ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen.» So fing es an. Zwei fremde Menschen in einer Kneipe. Er hat mich die ganze Zeit angelächelt, das fand ich sehr schön.

YS: Die erste gemeinsame Produktion war Nathan der...

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