Show Less

Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Saarbrücken 2009

Im Banne von Verdun. Literatur und Publizistik im deutschen Südwesten zum Ersten Weltkrieg von Alfred Döblin und seinen Zeitgenossen

Series:

Edited By Ralf Bogner

Der Erste Weltkrieg ist eines der wichtigsten Themen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang beschäftigte er Schriftsteller, Journalisten, Drehbuchautoren und Publizisten. Von besonderem Interesse ist die künstlerische und publizistische Auseinandersetzung mit dem ‘Mythos Verdun’, der das sinnlose Hinschlachten ganzer Legionen im beinahe bewegungslosen Stellungskampf an der Westfront versinnbildlicht. In den Beiträgen dieses Bandes werden die verschiedensten Formen von Beschäftigung mit diesem Mythos während des Kriegs und kurz danach untersucht. Im Zentrum stehen Schriftsteller, die sich im deutschen Südwesten aufgehalten und gearbeitet bzw. in unterschiedlichen Funktionen gedient haben. Alfred Döblin, als Militärarzt in Saargemünd stationiert, spielt dabei eine besondere Rolle. Aber auch die Blickwinkel weiterer bekannter oder weitgehend vergessener Autoren auf die Kriegsgeschehnisse werden detailliert im historischen Kontext analysiert. Hinzu kommen kulturgeschichtliche Beiträge, etwa zum wilhelminischen Kriegsspielzeug oder zu Kriegsliedern der Zeit. Der Band dokumentiert die Ergebnisse des Internationalen Alfred-Döblin-Kolloquiums an der Universität des Saarlandes im Juni 2009.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

„Der alte Gott lebt doch, lebt auch im Kriege noch“. Katholische Kriegstheologie und lyrische Seelsorge im Werk von Ernst Thrasolt (1878–1945) Von Bernhard Walcher 77

Extract

„Der alte Gott lebt doch, lebt auch im Kriege noch“ Katholische Kriegstheologie und lyrische Seelsorge im Werk von Ernst Thrasolt (1878–1945) Bernhard Walcher Die Forschung zur Literatur und Publizistik aus der Zeit des Ersten Welt- krieges hat vielfach – und weitgehend freilich auch berechtigt – versucht, in Texten verschiedener Autoren eine (noch) kriegsbegeisterte oder aber (schon) pazifistische Geisteshaltung nachzuweisen. Die Zuordnung von Autoren und Texten in diese beiden ideologischen Lager musste freilich auch immer die Tatsache berücksichtigen, dass bekanntermaßen namhafte (später) pazifistische Autoren wie etwa Fritz von Unruh, René Schickele oder Paul Zech in den ersten Kriegsjahren mit Werken in Erscheinung getre- ten sind, aus denen ungebrochene Kriegsbegeisterung spricht. Meist, wie im Falle der genannten Autoren, lassen sich in zahlreichen Biographien zu- nächst kriegsbegeisterter Intellektueller und Dichter Erlebnisse und Erfah- rungen während des Krieges nachweisen, die eine ‚Wende‘ in ihrer Haltung zum Krieg ausgelöst haben. Nicht selten stand dieser Sinneswandel auch mit den Kämpfen vor Verdun in engem Zusammenhang. Problematisch freilich scheinen solche Autoren und Publizisten, die sich am Krieg und dessen Un- terstützung weiterhin publizistisch beteiligten, obgleich sie durch persönli- che Verluste oder Erlebnisse im Kriegs- und Frontalltag auch die negative Seite des Krieges kennengelernt haben. Ein Beispiel hierfür ist der am 12. Mai 1878 unweit von Trier im Ma- rienwallfahrtsort Beurig in einer einfachen Bauernfamilie geborene Josef Maria Tressel, der sich später als Dichter Ernst Thrasolt nannte. Vor Kriegs- beginn und in den ersten Monaten des Krieges ver...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.