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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Saarbrücken 2009

Im Banne von Verdun. Literatur und Publizistik im deutschen Südwesten zum Ersten Weltkrieg von Alfred Döblin und seinen Zeitgenossen

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Ralf Bogner

Der Erste Weltkrieg ist eines der wichtigsten Themen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang beschäftigte er Schriftsteller, Journalisten, Drehbuchautoren und Publizisten. Von besonderem Interesse ist die künstlerische und publizistische Auseinandersetzung mit dem ‘Mythos Verdun’, der das sinnlose Hinschlachten ganzer Legionen im beinahe bewegungslosen Stellungskampf an der Westfront versinnbildlicht. In den Beiträgen dieses Bandes werden die verschiedensten Formen von Beschäftigung mit diesem Mythos während des Kriegs und kurz danach untersucht. Im Zentrum stehen Schriftsteller, die sich im deutschen Südwesten aufgehalten und gearbeitet bzw. in unterschiedlichen Funktionen gedient haben. Alfred Döblin, als Militärarzt in Saargemünd stationiert, spielt dabei eine besondere Rolle. Aber auch die Blickwinkel weiterer bekannter oder weitgehend vergessener Autoren auf die Kriegsgeschehnisse werden detailliert im historischen Kontext analysiert. Hinzu kommen kulturgeschichtliche Beiträge, etwa zum wilhelminischen Kriegsspielzeug oder zu Kriegsliedern der Zeit. Der Band dokumentiert die Ergebnisse des Internationalen Alfred-Döblin-Kolloquiums an der Universität des Saarlandes im Juni 2009.

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„Which Great War?“ Alfred Döblin, der Romancier James Hilton und der Propagandafilm Random Harvest Von Stefan Keppler-Tasaki 381

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„Which Great War?“ Alfred Döblin, der Romancier James Hilton und der Propagandafilm Random Harvest Stefan Keppler-Tasaki 1. Propaganda: die „4. Waffe im Krieg“ „Ich arbeitete ein Jahr als Filmschriftsteller“, so sagt Alfred Döblin 1949 von sich in der Exilautobiographie Schicksalsreise.1 Im September 1940 in die USA eingereist, trat er am 8. Oktober seinen Dienst bei MGM an: als einer von etwa 250 ‚movie writers‘, die glücklich genug waren, in Hollywoods Studios fest angestellt zu sein. Ludwig Marcuse erinnert sich an die deut- schen Schriftsteller unter ihnen: „So saßen Heinrich Mann, Alfred Döblin, Leonhard Frank, Walter Mehring in den Filmbetrieben; ohne Englisch zu können, ohne das Filmemachen zu kennen, voller Verachtung für dies Ge- werbe […]. Dabei hatten die deutschen Geschichten-Schreiber, Döblin vo- ran, eine so fruchtbare Phantasie, daß Hollywood üppig hätte leben kön- nen.“2 Zweimal bis September 1941 war der zweiundsechzigjährige Döblin an der Produktion von Propagandafilmen beteiligt, zuerst an William Wylers Mrs. Miniver, dann an Mervyn LeRoys Random Harvest.3 Als Antinazifilme exemplifizieren sie dasjenige Erfolgsgenre, das die Beteiligung der deut- schen Exilanten am amerikanischen Filmmarkt naturgemäß begünstigte. Wie wenig auch die Dichter den technischen Medien Radio und Film trauen und zutrauen mochten: im Modus der politischen Verantwortung wird die Arbeit mit ihnen zum Ernstfall. Jüngste Erfahrungen mit der Propaganda, die Döb- lin selber als „4. Waffe im Krieg“ (neben Militär, Ökonomie und Diploma- tie) bezeichnet, hatte er zwischen August 1939 und Juni 1940...

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