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Vom gedruckten Sprichwörterbuch zur interaktiven Sprichwortdatenbank

Überlegungen zum linguistischen und lexikographischen Konzept mehrsprachiger Sprichwortdatenbanken

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Hrisztalina Hrisztova-Gotthardt

Dieses Buch wurde von der Universität Pécs als beste Publikation des Jahres 2010 ausgezeichnet.
Unbegrenzter Speicherplatz, Möglichkeit zu ständiger Aktualisierung und vielfältige Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten – dies sind nur einige Vorteile der digitalen Wörterbücher im Vergleich zu traditionellen Druckwerken. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, auf dem aktuellen Stand der Sprichwortforschung das Konzept multilingualer Sprichwortdatenbanken zu entwickeln. Im ersten Teil der Arbeit geht die Autorin grundlegenden theoretischen und empirischen Fragen nach wie z.B.: Wie lassen sich die Termini «Sprichwort» und «Sprichwörterbuch» möglichst genau definieren? Welche exemplarischen Lösungen bietet die Parömiographie des Deutschen, Ungarischen und Bulgarischen, die bei der Erstellung eines Sprichwörterbuches bzw. einer Sprichwortdatenbank beachtet werden sollen? Im zweiten Teil werden die Anforderungen an den Aufbau und die Funktionsweise mehrsprachiger Sprichwortdatenbanken systematisiert. Die Arbeit schliesst mit Vorschlägen zur technischen Realisierung des Konzepts, die Software-Entwicklern beim Entwurf der konkreten Applikationen als nützliche Hinweise seitens der Sprichwortforscher dienen sollen.

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1. Zur Einleitung

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1.1. Problemstellung In einem seiner Artikel weist Wolfgang Mieder darauf hin, dass Sprich- wörterbücher eine lange Geschichte aufweisen, die keineswegs abge- schlossen ist: Ältere Sammlungen werden nachgedruckt, neue heraus- gegeben und damit bleibt auch die Diskussion über wissenschaftlich ausgerichtete Sprichwörtersammlungen stets aktuell (vgl. Mieder 1989: 1033). Davon zeugen auch die theoretischen Beschäftigungen mit die- ser Problematik (u.a. Mieder 1984; 1989; Pilz 1995; Kispál 2007 etc.), in denen einerseits bestehende Werke kritisch untersucht werden und andererseits spezifische lexikographische Probleme diskutiert, Schluss- folgerungen gezogen und Ansprüche an die zukünftigen Sammlungen formuliert werden. An dieser Stelle seien lediglich zwei wichtige Er- kenntnisse hervorgehoben, die in den weiter oben erwähnten Studien und Beiträgen wiederholt zu lesen und demzufolge als das zentrale Movens zur Entstehung dieser Arbeit anzusehen sind. Zum einen handelt es sich um die Feststellung, dass sich bei einer kritischen Betrachtung der Phraseographie beziehungsweise der Parö- miographie1 verschiedener Sprachen „ein mehr oder weniger chaoti- sches Bild“ entfaltet und dass sich dieser Bereich der Lexikographie in einem ziemlich mangelhaften Zustand befindet (s. Mieder 1984: 308; 1989: 1033; Pilz 1995: 305; Dobrovol’skij 2002: 429; Filatkina 2005: 401). In diesem Zusammenhang deuten mehrere Autoren auf die Not- wendigkeit einer engen Zusammenarbeit von Lexikographen und Parö- miologen und insbesondere auf die reichen Anwendungsmöglichkeiten 1 Der Begriff „Parömiographie“ wird an späterer Stelle (Kapitel 2.2.1 dieser Ab- handlung) erörtert. 14 des Computers in der Parömiographie hin. Sie begründen den dringen- den Bedarf...

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