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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft XXXI (2009)- In Verbindung mit dem Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft und in Kooperation mit der Kulturstiftung der Barbarossastadt Gelnhausen- Beiträge der von der Grimmelshausen-Gesellschaft, der Kul

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Edited By Peter Heßelmann

Aus dem Inhalt: Thorsten Stolz: Grußwort – Jürgen Michaelis: Grußwort – Ulrich Heinen: «Auctores generis Venerem Martemque fatemur» – Peter Paul Rubens’ Konzepte von Erotik und Gewalt – Thomas Kossert: «daß der rothe Safft hernach gienge...». Die Darstellung von Gewalt bei Grimmelshausen und in Selbstzeugnissen des Dreißigjährigen Krieges – Rüdiger Zymner: Folter in Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch – Matthias Bauer: Ausgleichende Gewalt? Der Kampf der Geschlechter und die Liebe zur Gerechtigkeit in Grimmelshausens Simplicissimus, Courasche und Springinsfeld – Andreas Merzhäuser: Der Leser als Voyeur und Komplice. Zur problematischen Verschränkung von Lust und Gewalt in Grimmelshausens simplicianischem Zyklus – Ulrike Zeuch: Verführung als die wahre Gewalt? Weibliche Macht und Ohnmacht in Grimmelshausens Courasche und Simplicissimus – Jean Schillinger: Simplicissimi erotische Abenteuer in Paris – Michael Kaiser: Gewaltspezialistin und Gewaltopfer. Historische Beobachtungen zu Grimmelshausens Courasche – Dirk Niefanger: Erzählweisen der Gewalt im XII. Kapitel von Grimmelshausens Courasche – Nicola Kaminski: gender crossing: Narrative Versuchsanordnungen zwischen Eros und Krieg in Grimmelshausens Courasche und Lohensteins Arminius – Rosmarie Zeller: Liebe und Gewalt als Konstituenten von Männlichkeit im Roman der Frühen Neuzeit – Dieter Breuer: Erotik und Gewalt in Grimmelshausens Legendenromanen – Franz M. Eybl: Vom Blick zur Brunst, vom Schimpf zum Schlag. Körpersteuerung bei Grimmelshausen und Beer – Klaus Haberkamm: Gewalt der Alltagsnöte im schäferlichen ‘Integumentum’. Johann Thomas’ Lisille (1663) – Hans-Joachim Jakob: Verführung und Grausamkeit in Johann Gorgias’ «Liebes- und Klägliche[r] TraurGeschicht» Betrogener Frontalbo (um 1670) im Kontext des Misogynie-Diskurses im 17. Jahrhundert – Dieter Martin: «Venus im Gesichte» und «Mars im Herzen». Forcierte Affektdarstellung in Ziglers Die Asiatische Banise – Gesa Dane: Geraubt - Gefangen. Zu Grimmelshausens Courasche und Ziglers Die Asiatische Banise – Christine Baro: Wenn Göttergatten Jungfrauenÿÿ

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Rosmarie Zeller Liebe und Gewalt als Konstituenten von Männlichkeit im Roman der Frühen Neuzeit 245

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ROSMARIE ZELLER (Basel) Liebe und Gewalt als Konstituenten von Männlichkeit im Roman der Frühen Neuzeit Es fällt auf, dass in gewissen Untergattungen des frühneuzeitlichen Romans Gewalt und Liebe eine enge Verbindung eingehen. Nicht nur, dass in ihnen die Gewalt der Liebe vorgeführt und variiert wird, wie etwa in den meisten der im Buch der Liebe versammelten Prosaromane, sondern auch in dem Sinne, dass der männliche Held sich im kriegeri- schen Handwerk und damit in der Ausübung von Gewalt, der vom rit- terlichen Zweikampf bis zum Todschlag gehen kann, bewähren muss, um die Liebe seiner Angebeteten zu erhalten oder sich ihrer würdig zu erweisen. Es sieht so aus, als ob diese Konzeption des männlichen Liebhabers vor allem in jenen Untergattungen des Romans eine wichti- ge Rolle spielt, die, wie die meisten Romane im Buch der Liebe, auf den Artusroman und die Chanson de geste zurückgehen.1 Auch Grim- melshausen bedient sich noch dieser Vorstellung in seinen beiden Pro- saromanen Proximus und Lympida und Dietwalt und Amelinde in jenen Szenen, wo die Helden gegen eine Übermacht zu kämpfen haben – Szenen, die innerhalb der Grimmelshausen-Forschung immer wieder zu Diskussionen Anlass gegeben haben. Der vorliegende Beitrag setzt sich zum Ziel, den Variationen des Themas in dieser Untergattung des Ro- mans, in der ritterliches Personal die Hauptrolle spielt, nachzugehen. Es sollen dabei drei Aspekte der Verbindung von Liebe und Gewalt unter- sucht werden: erstens Liebe löst Gewalt aus, zweitens der männliche Held...

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