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Frühneuzeitliche Stereotype. Zur Produktivität und Restriktivität sozialer Vorstellungsmuster

V. Jahrestagung der Internationalen Andreas Gryphius Gesellschaft Wrocław 8. bis 11. Oktober 2008

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Edited By Miroslawa Czarnecka, Thomas Borgstedt and Thomasz Jablecki

Im allgemeinen Sprachgebrauch sind Stereotype vereinfachte, schablonenhafte Vorstellungen von Menschen, die weniger auf der eigenen Erfahrung gründen. Sie transportieren eher ein mit Wertungen durchsetztes, geronnenes Erfahrungswissen innerhalb der Kulturen. Im Sinne der historischen Semantik und Stereotypenforschung sind sie nicht ausschliesslich als Vorurteile zu verstehen, sondern mehrwertig zu bestimmen. Dieser Band vereinigt Beiträge zur V. Jahrestagung der Internationalen Andreas Gryphius Gesellschaft, die vom 8. bis 11. Oktober 2008 in Wrocław stattfand. Er befasst sich mit Formen und Funktionen von nationalen, sozialen, anthropologischen, konfessionellen und Gender-Stereotypen sowie von begrifflichen und metaphorischen Stereotypen. Es gilt zu zeigen, wie sie in den Medien der Frühen Neuzeit vermittelt wurden – sei es in künstlerischen Ausdrucksformen wie Grafik, Malerei und Skulpturenkunst, sei es in der Gebrauchsliteratur, in medialen Mischformen des Flugblatts und der Emblematik. Die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung dieses Themas erscheint gerade heute – in einem nach der EU-Erweiterung erneut veränderten Europa – als besonders aktuell und wichtig.

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Das polnische Stereotyp des Deutschen im 17. und 18. Jahrhundert aus kulturgeschichtlicher Sicht. Einige Bemerkungen zum Thema Marcin Cienski 93

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Das polnische Stereotyp des Deutschen im 17. und 18. Jahrhundert aus kulturgeschichtlicher Sicht. Einige Bemerkungen zum Thema Marcin Cieski Die im Titel genannte Thematik ist dermaßen umfangreich und komplex, dass es sich von selbst versteht, in einem Referat nicht Anspruch auf Voll- ständigkeit erheben zu können. Daher versuche ich den Schwerpunkt auf Fragen zu setzen, die gerade heute, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, im Kontext des sich vereinigenden Europa, an Bedeutung gewinnen. Fragt man nach kollektiven Denkmodellen, so scheint es zwingend, sich in die Zeit der Frühen Neuzeit und der Aufklärung zurückversetzen. Dieser Blick ist wichtig und interessant, weil man durch die geschichtliche Perspektive neue Anre- gungen für die Interpretation des gegenwärtigen Geschehens bekommt. Die Wahrnehmung der Vergangenheit und der Gegenwart erhält somit eine neue Dimension. Hauptsächlich möchte ich mich mit dem Bild der Deutschen im Polen des 17. und 18. Jahrhunderts beschäftigen. Dieses Bild entstand in ver- schiedenen Kulturbereichen. Diverse Medien und unterschiedlichste Einwir- kungen trugen zu seiner Entstehung bei. Für einen Literaturwissenschaftler bildet freilich die Literatur den einen wichtigen Forschungsgegenstand. Aller- dings geht es nicht darum, auf die Spannungen in den deutsch-polnischen literarischen Beziehungen hinzuweisen, sondern kulturelle Mechanismen im Bereich des Kulturtransfers und des Kulturraumes offen zu legen. Die For- schungen zu Stereotypen und Nationalcharakter beweisen, dass diese Berei- che ineinander greifen. Die gegenseitigen Kontakte und ihre Wahrnehmung verursachen Spannungen und diese wiederum lassen Stereotype entstehen.1 Die Folgen der politischen Veränderungen gelten in...

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