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Max Ettinger

Ein kommentiertes Werkverzeichnis

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Ivana Rentsch

Als Enkel eines einflußreichen Rabbiners in Lemberg geboren, Opernkomponist in Leipzig, Filmkomponist in Berlin und schließlich Exilant in Ascona – alle Lebensstationen von Max Ettinger (1874-1951) tragen den Stempel historischer Ereignisse. Vielversprechend hatte seine Karriere in den 1920er Jahren mit den Leipziger Uraufführungen der Opern Clavigo und Frühlings Erwachen begonnen, und selbst nach der Weltwirtschaftskrise schien sich in Berlin eine hoffnungsvolle Perspektive beim Film zu eröffnen. Vergebens: 1933 blieb für Ettinger nur noch der Weg nach Ascona in ein beruflich aussichtsloses Exil.
Max Ettingers Œuvre für die Gegenwart neu zu erschließen – dies ist das Ziel der vorliegenden Publikation. Im Mittelpunkt steht ein Werkverzeichnis, das neben Datierungen und Besetzungsangaben vor allem die Quellenlage der einzelnen Kompositionen in den Blick nimmt. Und um einen charakteristischen Eindruck von der ästhetischen Position Ettingers zu vermitteln, enthält der Band eine Auswahl aus dessen eigenen Texten zu Oper, Film und ‘jüdischer’ Musik sowie einen einführenden Kommentar.

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Bekenntnismusik. Berlin – Ascona (1930–1951) 37

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37 Bekenntnismusik Berlin – Ascona (1930–1951) Am 8. Januar 1931 eröffnete das Sternsche Konservatorium, Berlins älteste Musikhochschule, neben seiner Zweiganstalt Charlottenburg mit der Zweiganstalt Kaiserallee ein neues Institut in Berlin-Wilmers- dorf, an der heutigen Bundesallee. Die Direktoren Paul Graener und Maxim Jacobson beriefen Max Ettinger als Lehrbeauftragten für Musiktheorie und Komposition an die neugeschaffene Einrichtung. Diese Anstellung als Kompositionslehrer am Sternschen Konserva- torium veranlaßte Ettinger zu Beginn der 1930er Jahre zu einem de- finitiven Umzug von München nach Berlin. Zu diesem Zeitpunkt lebte Ettingers Frau Josi bereits in Ascona, wo Max und Josi Ettin- ger seit längerem ein Haus besaßen, und betrieb mit der Absicht, die permanent prekäre finanzielle Lage zu verbessern, eine Pension. Das Ehepaar Ettinger war bereits damals auf die Einkünfte aus Ascona angewiesen, die in den langen Exiljahren schließlich zur einzigen Ein- nahmequelle werden sollten. Wie aus dem Briefwechsel zwischen den Eheleuten aus dieser Zeit ersichtlich ist, waren es in erster Linie finan- zielle Gründe, die Ettinger zum Kompositionslehrer werden ließen – „Aus dem Unterrichten mache ich mir nicht viel“.30 Daß der Lehr- beruf nicht seiner Neigung entsprach, erleichterte ihm vermutlich den Verlust der Anstellung, der mit der Schließung der Zweigstelle Kaiserallee im Oktober 1931 einherging. Trotzdem fühlte er sich über- gangen, als Jacobson, der die Konzession für eine Geigenschule er- halten hatte, alle Lehraufträge an einen Kollegen übergab. Nun ist die Zweiganstalt geschlossen, – sie haben keine Konzession bekom- men. Dagegen hat...

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