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Helvetische Merkwürdigkeiten

Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert

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Edgar Bierende, Sibylle Hoiman, Anna Minta and Matthias Noell

Dieser Band versammelt die Beiträge der Tagung «Helvetische Merkwürdigkeiten. Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert». Im Zentrum der Beiträge stehen bildliche und narrative Entwürfe, die von jeher das Bild der Schweiz prägten. Diese Entwürfe, so genannte helvetische ‘Merkwürdigkeiten’, werden aus Sicht der Kunst- und Kulturgeschichte vorgestellt und untersucht. Viele der Bilder und Texte avancierten in der Eigen- wie auch in der Fremdwahrnehmung zu Trägern einer nationalen Identität: Sie wurden zum kulturellen Erbe der Eidgenossenschaft stilisiert und darüber hinaus zu Idealen der westlichen Welt verklärt. Das Spektrum der unterschiedlichen Vorstellungs- und Bildwelten umfasst verschiedene Kunstgattungen, darunter Architektur, Malerei, Grafik, Gartenkunst, Flachschnitzerei und Glasmalerei. In den Beiträgen werden die Artefakte und Phänomene bezüglich ihrer Konstruktionen hinterfragt und unter verschiedenen Aspekten – etwa im Kontext von Erinnerungskulturen, Identitätskonstruktionen, Historiografien, Inventarisierungen, Sammlungspolitik, Ausstellungskonzeptionen und Denkmalinszenierungen – diskutiert. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Strukturen und Strategien offen zu legen, die seit dem 18. Jahrhundert zu den vermeintlich authentischen, typischen und letztlich nationalen Bildwelten der Schweiz führten.

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CLAUDIA HERMANN Schweizer Eisenbahn- und Bergidylle im Privatgarten. Modelleisenbahnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts 19

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Schweizer Eisenbahn- und Bergidylle im Privatgarten. Modelleisenbahnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Claudia Hermann Berge und elektrische Lokomotiven – diese Kombination wurde seit den 1920er Jahren zum Symbol der Schweizer Bahnen an sich und widerspiegel- te sich auch in der Modelleisenbahnwelt der ersten Hälfte des 20. Jahrhun- derts. Die Vereinnahmung der Alpenwelt und der Schweizer Bahnwelt durch die Modelleisenbahnanlage soll im vorliegenden Kontext der ,Helvetischen Merkwürdigkeiten‘ untersucht werden, eingeschränkt auf die Anlagen im Freien. Das im 20. Jahrhundert überaus populäre Freizeitvergnügen Mo- delleisenbahnen füllt alleine in der Schweiz jedes Jahr mehrere Monatszeit- schriften. Der zeitliche Rahmen für die Untersuchung wurde in die 1930er Jahre gelegt; exemplarisch wurden drei Anlagen in Privatgärten und eine Anlage im öffentlichen Raum herausgegriffen.1 Die Schoopsche Anlage in Reutlingen bei Winterthur Ausgangspunkt meiner Forschung bildete eine noch heute erhaltene Frei- luft-Modelleisenbahnanlage bei Reutlingen in der Nähe von Winterthur (Abb. 1). Sie war kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ab 1934/35 entstanden und dürfte damit wohl „die älteste noch bestehende Anlage in der Schweiz sein, die bis heute in unverändertem Zustand erhalten geblieben und noch, re- spektiv wieder, betriebsfähig ist“.2 Der Erbauer – Willy Schoop sen. (1900–1940) – arbeitete in der Maschi- nenfabrik der Gebrüder Sulzer in Winterthur als Monteur im Dieselbau und war in dieser Funktion häufig im Ausland tätig. So entstand denn auch die Planung der Modellanlage fern der Heimat, als er in den Jahren 1931 bis 1935 beruflich in...

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