Show Less

Helvetische Merkwürdigkeiten

Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert

Series:

Edited By Edgar Bierende, Sibylle Hoiman, Anna Minta and Matthias Noell

Dieser Band versammelt die Beiträge der Tagung «Helvetische Merkwürdigkeiten. Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert». Im Zentrum der Beiträge stehen bildliche und narrative Entwürfe, die von jeher das Bild der Schweiz prägten. Diese Entwürfe, so genannte helvetische ‘Merkwürdigkeiten’, werden aus Sicht der Kunst- und Kulturgeschichte vorgestellt und untersucht. Viele der Bilder und Texte avancierten in der Eigen- wie auch in der Fremdwahrnehmung zu Trägern einer nationalen Identität: Sie wurden zum kulturellen Erbe der Eidgenossenschaft stilisiert und darüber hinaus zu Idealen der westlichen Welt verklärt. Das Spektrum der unterschiedlichen Vorstellungs- und Bildwelten umfasst verschiedene Kunstgattungen, darunter Architektur, Malerei, Grafik, Gartenkunst, Flachschnitzerei und Glasmalerei. In den Beiträgen werden die Artefakte und Phänomene bezüglich ihrer Konstruktionen hinterfragt und unter verschiedenen Aspekten – etwa im Kontext von Erinnerungskulturen, Identitätskonstruktionen, Historiografien, Inventarisierungen, Sammlungspolitik, Ausstellungskonzeptionen und Denkmalinszenierungen – diskutiert. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Strukturen und Strategien offen zu legen, die seit dem 18. Jahrhundert zu den vermeintlich authentischen, typischen und letztlich nationalen Bildwelten der Schweiz führten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

JÖRG MATTHIES Gartenkunst und Orangerien als Instrument der Selbstdarstellung des Adels in Solothurn 79

Extract

Gartenkunst und Orangerien als Instrument der Selbstdarstellung des Adels in Solothurn Jörg Matthies Repräsentative Architektur und Gartenkunst in Solothurn sind eng mit der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner verbunden. Im Jahr 1453 schloss der französische König Karl VII. (1401– reg. 1422–1461) einen ständigen Bündnisvertrag mit den Eidgenossen, der bis zum Ende der Monarchie 1789 Bestand hatte. Damit entwickelte und stabilisierte sich eine frankophile Grundhaltung sowie ein starker französischer Einfluss auf die Kultur Solothurns. Schon seit der Mit- te des 15. Jahrhunderts stellte die Schweiz der französische Krone Söldner zur Verfügung und aus diesem Grunde residierte ab 1530 ein ständiger Ver- treter des Königs in Solothurn. Nachdem der französische Ambassador in Solothurn ab 1552 zunächst den Ostflügel des Franziskanerklosters als Resi- denz genutzt hatte, konnte ihm erst 1618 ein neues Gebäude – eine schlich- te, aber grosse Dreiflügelanlage – der so genannte Ambassadorenhof im Norden der Altstadt, als Repräsentanz zur Verfügung gestellt werden. Auch die meisten anderen Länder Europas liessen ihre Soldaten von den Eidge- nossen ausbilden oder warben Schweizer für ihr Heer an: Diese dienten bereits seit dem 15. und in den folgenden Jahrhunderten unter anderem in Spanien, Savoyen, Ungarn, Schweden, Venedig, Holland und Preußen. Offi- ziere in fremden Diensten, aber auch die Rekrutierung einfacher Soldaten sowie ein Waffenumschlag machten Solothurn zu einer festen Grösse für die Kriegswirtschaft in Europa. Die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.