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Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert

Festschrift für Rudolf Dellsperger zum 65. Geburtstag

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Edited By Ulrich Gäbler, Martin Sallmann and Hans Schneider

«Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert» – unter diesem Titel vereinigt das vorliegende Buch die Vorträge des gleichnamigen Symposiums, das im November 2008 zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rudolf Dellsperger in Bern veranstaltet wurde. Die Beiträge des Bandes widmen sich den neueren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Schweizer Kirchengeschichte, dem der Jubilar in Forschung und Lehre in besonderer Weise verbunden ist. In Studien zu ausgewählten Fragen oder in Überblicken über breitere Themenkomplexe reflektieren sie den gegenwärtigen Stand der kirchengeschichtlichen Forschung in der Schweiz, richten den Blick auf weiterführende Ansätze und verweisen auf Desiderate und anstehende Aufgaben. Das Buch deckt dabei verschiedene Epochen sowie unterschiedliche Themenbereiche ab und dokumentiert damit zugleich den vielfältigen Charakter der Geschichte von Kirchen, Christentum und Religion in der Schweiz.

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LOTHAR VOGEL Die Waldenser in der Schweiz. Ein Forschungsbericht 19

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LOTHAR VOGEL Die Waldenser in der Schweiz Ein Forschungsbericht Die piemontesischen Täler, in denen das Waldensertum als reformierte Kirche die Verfolgungen der frühen Neuzeit überlebt hat, sind von der schweizerischen Staatsgrenze in Luftlinie nur gut 100 Kilometer ent- fernt. Es überrascht daher nicht, dass in der gesamten Neuzeit Beziehun- gen zwischen den reformierten Schweizern und ihren Glaubensgeschwis- tern in den Tälern bestanden. Allerdings wurde das Verhältnis zwischen der Schweiz und den Waldensern lange Zeit in Gestalt einer Einbahn- strasse wahrgenommen. Es war immer bewusst, dass die Reformation schweizerischer Prägung – von Guillaume Farel (1489–1565) und Jo- hannes Oekolampad (1482–1531) bereits in der 30er Jahren des 16. Jahr- hunderts bis hin zu Johannes Calvin – die Grundlage zur Transformation des Waldensertums in eine reformierte Kirche geboten hat. Ebenso blieb auf beiden Seiten im Bewusstsein, dass die Schweiz den Waldensern während der blutigen Verfolgungen des 17. Jahrhunderts Exil und politi- schen Rückhalt gewährte.1 Wie aber steht es um die Waldenser in der heutigen Schweiz, nicht nur als Durchreisende oder Flüchtlinge, sondern als Phänomen schweize- rischer Geschichte, und das in vorreformatorischer Zeit? Nimmt man die klassische Darstellung der Waldensergeschichte aus der Feder von Emi- lio Comba zur Hand, so findet man darin lediglich einen kurzen Hinweis auf Aufenthalte des im Jahre 1458 in Strassburg verbrannten Waldenser- predigers Friedrich Reiser (um 1401–1458) in verschiedenen Teilen der 1 Dazu vgl. Johann Caspar Mörikofer: Geschichte der evangelischen Flüchtlinge in der Schweiz, Leipzig 1876,...

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