Show Less

Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert

Festschrift für Rudolf Dellsperger zum 65. Geburtstag

Series:

Edited By Ulrich Gäbler, Martin Sallmann and Hans Schneider

«Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert» – unter diesem Titel vereinigt das vorliegende Buch die Vorträge des gleichnamigen Symposiums, das im November 2008 zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rudolf Dellsperger in Bern veranstaltet wurde. Die Beiträge des Bandes widmen sich den neueren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Schweizer Kirchengeschichte, dem der Jubilar in Forschung und Lehre in besonderer Weise verbunden ist. In Studien zu ausgewählten Fragen oder in Überblicken über breitere Themenkomplexe reflektieren sie den gegenwärtigen Stand der kirchengeschichtlichen Forschung in der Schweiz, richten den Blick auf weiterführende Ansätze und verweisen auf Desiderate und anstehende Aufgaben. Das Buch deckt dabei verschiedene Epochen sowie unterschiedliche Themenbereiche ab und dokumentiert damit zugleich den vielfältigen Charakter der Geschichte von Kirchen, Christentum und Religion in der Schweiz.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

HANS SCHNEIDER Zwinglis Anfänge als Priester 37

Extract

HANS SCHNEIDER Zwinglis Anfänge als Priester Zwingli war – ebenso wie Luther – selbst ein Priester, als er von seinen reformatorischen Einsichten her die traditionelle Auffassung des Pries- tertums in Frage stellte. Wenn die Zwingli-Biographen den Werdegang und die Tätigkeit des Priesters Zwingli meist nur knapp behandeln, so hat das zwei Gründe: Zum einen bildet seine Wandlung zum Reformator den Fluchtpunkt der Betrachtung, auf den die Darstellungen zueilen. Zum anderen und vor allem aber ist die Quellenbasis recht schmal, so dass über die Vorbereitung und den Beginn seines Priesterseins sowie auch über seine alltäglichen priesterlichen Tätigkeiten nur wenig bekannt ist. Unter den spärliche Zeugnissen, darunter auch spätere Reminiszen- zen Zwinglis, sind einige, die noch nicht hinreichend analysiert sind und manche Fragen aufwerfen, und ein noch unbemerktes Dokument lässt die Anfänge in einem neuen Licht erscheinen. Als der junge Huldrych Zwingli (1484–1531) als neuer Leutpriester der Gemeinde Glarus antrat, bekam diese einen Kandidaten, der eine ausser- gewöhnlich gute Bildung aufwies. Denn im Unterschied zur Mehrzahl der damaligen Kleriker1 hatte er studiert, mehr noch: er hatte das ganze Grundstudium der artes liberales absolviert, in Basel die Grade eines Baccalaureus und eines Magister artium erworben, überdies sogar mit dem Theologiestudium begonnen. Wie andere Kommilitonen wechselte Zwingli jedoch bald von der Universität in die kirchliche Praxis.2 1 Zur Klerikerbildung im ausgehenden Mittelalter vgl. Friedrich Wilhelm Oedinger: Über die Bildung der Geistlichen im späten Mittelalter, Leiden u. a. 1953 (STGMA 2); Oskar Vasella: Untersuchungen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.