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Der theoretische Raum der Wissenschaftssprache

Untersuchungen über die funktionale Konstitution einer Wissenschaftssprachtheorie und deren Anwendung in der Praxis

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Giancarmine Bongo

Welche sind die Bedingungen und Perspektiven der linguistischen Frage nach der Wissenschaftssprache? Was ist eigentlich im linguistischen Sinne «Wissenschaftssprache»? Die vorliegende Untersuchung geht von den vom Prager Funktionalismus geprägten Ursprüngen der Wissenschaftssprachbetrachtung aus. Sie bestimmt den spezifischen theoretischen Raum der Wissenschaftssprache und analysiert die Ergebnisse der bisherigen Forschung auf dem Gebiet des Deutschen als Wissenschaftssprache. Die Auseinandersetzung mit der Archäologie des Wissens von Foucault bietet Lösungsansätze für konzeptuelle Schwierigkeiten und empirische Analysen. Eine funktionale Annäherung an die Einleitungen zu wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätzen rundet die Untersuchung ab.

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Drittes KapitelPerspektiven der Wissenschaftssprachtheorie in Bezug auf die Diskurstheorie von Foucault

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111 Drittes Kapitel Perspektiven der Wissenschaftssprachtheorie in Bezug auf die Diskurstheorie von Foucault 3.1 Die Suche nach neuen Kategorien Die Untersuchung befindet sich nun an einem Punkt, an dem zwei wichtige Fragen nach einer Lösung verlangen. Die eine Frage betrifft die Definition des ‚zweiten‘ Aspektes der Funktion der Wissenschafts- sprache, der sich im ersten Kapitel neben der Funktion der Darstel- lungsoptimierung abgezeichnet hat. Die andere Frage betrifft die Mög- lichkeit, eine adäquate Kategorisierung der zahlreichen unterschied- lichen Phänomene und Elemente zu erarbeiten, die die Wissenschafts- sprachforschung im Bereich des Deutschen hervorgehoben hat. Diese beiden Fragen treffen hier aufeinander. Um diese Schlussfolgerung noch besser begründen zu können, muss von einer Feststellung ausgegangen werden, die man bei einer Analyse der Ergebnisse der Wissenschaftssprachforschung (vor allem der jüngsten Wissenschaftssprachforschung) oft machen kann: Die Merkmale der Wissenschaftssprache, die auf der jeweiligen (textuellen, lexikalischen, pragmatischen, syntaktischen…) Beschreibungsebene hervorgehoben werden, sind immer wieder nicht homogen. Genauer gesagt scheint es, dass der Wissenschaftssprache auf der jeweiligen Ebene der linguistischen Beschreibung zwei unterschiedliche Arten von Merkmalen zugeschrieben werden können. Die Feststellung dieser fundamentalen Zweiteilung der wissenschaftssprachlichen Erscheinungen ist mit der Tatsache verbunden, dass wir über keine adäquate Wissenschaftssprachtheorie verfügen, um sie interpretieren zu können. Hier sei nun auf einige konkrete Beispiele verwiesen, die aus unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaftssprach- forschung stammen: 112 1. Als erstes Beispiel kann der Beitrag von H. Weinrich zur Analyse der Textsorte ‚wissenschaftlicher Zeitschriftenaufsatz‘ (Weinrich 1995b, S. 159ff.; vgl. oben, § 2.2) angeführt werden....

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