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Chronobiologie

Zeitordnung von Lebensvorgängen

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Edited By Brigitte Ausfeld-Hafter

Leben ist ohne den Begriff der Zeit undenkbar; täglich erfahren wir sie durch den Wechsel von Licht und Dunkelheit oder von Aktivität und Ruhe. Die Buchbeiträge befassen sich in einer interdisziplinären Annäherung mit der Zeitordnung, der das Leben unterworfen ist, nämlich der Chronobiologie.
Der Band bietet Einblicke in die Auseinandersetzung mit der Chronobiologie aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Philosophie, der Anthroposophischen Medizin, der Homöopathie, der Lichttherapie und weiteren Forschungsgebieten.
Die Beiträge stammen aus der im Herbstsemester 2009 an der Universität Bern durchgeführten interdisziplinären Vortragsreihe.

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ANNA WIRZ-JUSTICE, CARMEN M. SCHRÖDER Chronobiologie und Lichttherapie 105

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105 Chronobiologie und Lichttherapie ANNA WIRZ-JUSTICE, CARMEN M. SCHRÖDER 1. Einführung Schon seit Jahrhunderten haben Ärzte und Wissenschafter Veränderungen in unseren biologischen Rhythmen mit Gemütsstörungen in Bezug gesetzt. Eines der herausragendsten klinischen Zeichen der affektiven Störungen ist dabei die Periodizität des Rückfalls – so unterliegt die affektive Störung im Fall der Winterdepression einem saisonalen Rhythmus, während sie im Fall des «rapid- cyclings» der manisch-depressiven Erkrankung einen Rhythmus von oft nur achtundvierzig Stunden hat. Tageszeitabhängige Stimmungsschwankungen und frühmorgendliches Erwachen bei Depressionen sind inzwischen als dia- gnostische Kriterien in psychiatrischen Diagnosesystemen etabliert, ebenso wie die Jahreszeit als entscheidender Parameter der Winterdepression (Ame- rican Psychiatric Association, 1994). Die Depressionsforschung hat bis heute eine grosse Anzahl an Studien veröffentlicht, die biochemische, neuroendokrine und physiologische Anomalien in zirkadianen Rhythmen beschreiben, aber auch Rhythmusstörungen in Parametern des menschlichen Verhaltens. Zirka- diane Rhythmen sind phasenverschoben, zeigen eine verminderte Amplitude oder eine grössere Variabilität von einem Tag auf den nächsten und stehen dabei im direkten Bezug zum Gemütszustand (Wirz-Justice, 2006, Germain and Kupfer, 2008). Zudem zeigen Veränderungen im Schlaf – Elektro- enzephalogramm, obwohl sie weder pathognomonisch noch spezifisch sind, typische wiedererkennbare Anzeichen der affektiven Störung (Benca et al., 1992). Ob diese zirkadianen Rhythmusstörungen kausal an der Genese af- fektiver Störungen beteiligt sind, oder ob sie die Folge von verändertem Ver- halten sind, ist bislang noch nicht geklärt. So sind aber nicht nur tages- und jahreszeitenabhängige...

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