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Kindheit zwischen West und Ost

Kinderliteratur zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa

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Edited By Gunda Mairbäurl and Ernst Seibert

Von der Nachkriegszeit bis zur sogenannten Wende, in einem Zeitraum dreier Generationen also, in dem ein vereintes Europa Wirklichkeit geworden ist, vollzog sich ein Wandel nicht nur der politischen und ökonomischen Verhältnisse, sondern auch im Verhältnis der Generationen zueinander. Dieser Generationenwandel, der im historischen Verständnis kaum zur Sprache kommt, widerspiegelt sich in Familiengeschichten und in der Literatur, nicht zuletzt in der Literatur für Kinder und Jugendliche in allen europäischen Ländern.
Die vorliegende Beitragssammlung dokumentiert ein Symposion von Kinder- und Jugendbuchfachleuten aus acht europäischen Ländern und geht der Frage nach, welche Ideen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Realitäten und kritischen Haltungen Kindern und Jugendlichen in dieser Zeitepoche literarisch vermittelt wurden und wie sich in der Kinder- und Jugendliteratur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Modernisierungsprozesse abzeichnen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten, reflektieren oder auch mit beeinflussen.

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Vorwort 13

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Vorwort Als wir 2004 daran gingen, das Symposion „Kindheit zwischen West und Ost. Kindheitsbilder zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa“ zu planen, waren die politischen und wirtschaftlichen Grenzen des Kontinents in einer noch wenige Jahre zuvor ungeahnten Auflösung begriffen. Österreich war 1995 mit der zweiten Norderweiterung zu- sammen mit Schweden und Finnland in die kurz davor gegründete Europäische Union aufgenommen worden. Mit der ersten Osterwei- terung am 1. Mai 2004 wuchs die Anzahl der EU-Staaten von 15 auf 25, wobei unter den zehn neuen Mitgliedern acht ehemals kommuni- stische Länder waren, die meisten davon unmittelbar an Österreich grenzend bzw. historisch eng mit Österreich verbunden wie Tsche- chien, Slowenien, die Slowakei und Ungarn sowie auch Polen. Am er- sten Januar 2007 folgten Rumänien und Bulgarien, womit die Anzahl der Mitgliedsstaaten auf 27 angewachsen ist. Dass diese enorme Veränderung der politischen und wirtschaft- lichen Landkarte auch mentalitätsgeschichtliche Umbrüche mit sich bringt, ist nicht nur jenen bewusst, die Ihre Kindheit noch in den Jah- ren des Zweiten Weltkrieges bzw. in der Nachkriegszeit verbracht haben. Andrerseits hatte dieser Umbruch auch einen Wandel im Verhältnis der Generationen zur Folge, der vielleicht erst aus einiger zeitlicher Entfernung wahrzunehmen sein wird; selbstverständlich hat die heutige jüngere Generation ein völlig anderes Europa-Bild als ihre Elterngeneration, aber das Selbstverständliche ist eben nicht immer gleich auch allen oder allen gleich verständlich. Nicht nur die ältere, sondern auch die jüngere Elterngeneration ist in vielen der neuen...

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