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Kindheit zwischen West und Ost

Kinderliteratur zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa

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Edited By Gunda Mairbäurl and Ernst Seibert

Von der Nachkriegszeit bis zur sogenannten Wende, in einem Zeitraum dreier Generationen also, in dem ein vereintes Europa Wirklichkeit geworden ist, vollzog sich ein Wandel nicht nur der politischen und ökonomischen Verhältnisse, sondern auch im Verhältnis der Generationen zueinander. Dieser Generationenwandel, der im historischen Verständnis kaum zur Sprache kommt, widerspiegelt sich in Familiengeschichten und in der Literatur, nicht zuletzt in der Literatur für Kinder und Jugendliche in allen europäischen Ländern.
Die vorliegende Beitragssammlung dokumentiert ein Symposion von Kinder- und Jugendbuchfachleuten aus acht europäischen Ländern und geht der Frage nach, welche Ideen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Realitäten und kritischen Haltungen Kindern und Jugendlichen in dieser Zeitepoche literarisch vermittelt wurden und wie sich in der Kinder- und Jugendliteratur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Modernisierungsprozesse abzeichnen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten, reflektieren oder auch mit beeinflussen.

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Lilia Ratcheva-Stratieva (Bulgarien) Geschichten für Kinder oder Parabeln für Erwachsene – Über drei bulgarische Kinderbücher 93

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LILIA RATCHEVA-STRATIEVA (BULGARIEN) Geschichten für Kinder oder Parabeln für Erwachsene – Über drei bulgarische Kinderbücher Drei bulgarische Bücher, veröffentlicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sind das Thema dieses Artikels, und zwar: (Tschernischka) von Emilijan Stanev (1950), , (Wir, Spatzen) von Jordan Radichkov (1. Auflage 1968) und (Reise ohne Koffer) von Stanislav Stratiev (1972). Diese drei Bücher haben mehrere Ausgaben und gehören schon der Klassik der bulgarischen Kinderliteratur an. Am Rande der Buchvorstellungen werden auch einige Hinweise auf die Entwicklung der bulgarischen Kinderliteratur gegeben, außerdem wird durch einige Details, nebenbei, ein Hauch von der Atmosphäre der Zeit widergegeben. Einführung Die Parabel hat in Südosteuropa Tradition1, sie ist dort nicht nur ein Begriff, sondern sie lebt und ist heute noch ein populäres literarisches Mittel, besonders beliebt in Kinderbüchern. Die Geschichte der Region Südosteuropa hat mehrere Epochen stark eingeschränkter Freiheit erlebt. In solchen Zeiten wurden die Schriftsteller gezwungen, sich parabelartig auszudrücken. Der Mangel an Freiheit hat auch viele Schriftsteller zur Flucht in die Kinder- literatur getrieben, wo sie ein Asyl finden konnten, hat aber gleich- 1 In Südosteuropa wird für „Parabel“ stets der Begriff „Allegorie“ verwendet. 94 zeitig den Autoren geholfen, ihre Palette von Ausdrucksformen und - mitteln zu bereichern und die Phantasie der Leser zu entwickeln. Wie gesagt, die Parabel bleibt bis heute ein populäres litera- risches Mittel in der Kinderliteratur nicht nur in Bulgarien, sondern in der Region Südosteuropas überhaupt....

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