Show Less

Kindheit zwischen West und Ost

Kinderliteratur zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa

Series:

Edited By Gunda Mairbäurl and Ernst Seibert

Von der Nachkriegszeit bis zur sogenannten Wende, in einem Zeitraum dreier Generationen also, in dem ein vereintes Europa Wirklichkeit geworden ist, vollzog sich ein Wandel nicht nur der politischen und ökonomischen Verhältnisse, sondern auch im Verhältnis der Generationen zueinander. Dieser Generationenwandel, der im historischen Verständnis kaum zur Sprache kommt, widerspiegelt sich in Familiengeschichten und in der Literatur, nicht zuletzt in der Literatur für Kinder und Jugendliche in allen europäischen Ländern.
Die vorliegende Beitragssammlung dokumentiert ein Symposion von Kinder- und Jugendbuchfachleuten aus acht europäischen Ländern und geht der Frage nach, welche Ideen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Realitäten und kritischen Haltungen Kindern und Jugendlichen in dieser Zeitepoche literarisch vermittelt wurden und wie sich in der Kinder- und Jugendliteratur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Modernisierungsprozesse abzeichnen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten, reflektieren oder auch mit beeinflussen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Andrea Mikulášová (Slowakei) Metatextuelle Reflexion der Werke Erich Kästners und Karl Mays in der Slowakei 139

Extract

ANDREA MIKULÁŠOVÁ (SLOWAKEI) Metatextuelle Reflexion der Werke Erich Kästners und Karl Mays in der Slowakei Metatextualität liegt bekanntlich vor, wenn der Text einen anderen kommentiert. Diese Bestimmung nach Genette mag Fragen aufwerfen, bei denen es um die Bedeutung der Ausgangstexte in ihren Deutungen geht (Genette 1989). Das macht die Rekonstruktion des Metatextes zwingend notwendig. Die Notwendigkeit sehe ich nicht in der Über- prüfung der Identität der Intention des Metatextes mit der Intention des Urtextes. Es geht eher darum, Metatexte daraufhin zu überprüfen, ob sie wirklich die Texte explizieren, die sie zu kommentieren vor- geben, oder ob sie nicht etwa ganz andere Absichten verfolgen. Metatexte sind Schienenstöße (Stellen, an denen zwei Schienen zusammengeschraubt sind). Sie integrieren zwei Grundprinzipien des Seins der Literatur, sie sprechen von Substanz und meinen die Eigen- schaft (Leibniz). Wenn Metatexte Eigenschaften von literarischen Texten explizieren, so nur als Ausdrucksform für Erfahrungen, die mit diesen gemacht worden sind. Dementsprechend hängen diese Eigen- schaften mit allen anderen Eigenschaften zusammen, weil eben eine Erfahrung auf eine andere Bezug nimmt, wenn sie als solche erkannt werden will. Es wäre also unsinnig zu behaupten, dass Metatexte Eigenschaften von Texten anzeigen, dass sie Texte explizieren, wenn sie andere Texte kommentieren. Es handelt sich vielmehr um Indizien für Erfahrungszusammenhänge. Es sind Indizien für die Verschmel- zung von Fremderfahrung und Eigenerfahrung, also für die Konstitu- ierung eines gemeinsamen Orientierungsbereichs Literatur, wo die Assimilation gewisser Erfahrungsmuster die Spezifik der Literatur ausmacht. Die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.