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Geschichte der Gesamtsatzstrukturen vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen

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Franz Simmler and Claudia Wich-Reif

Gesamtsätze, ihre Strukturen und Funktionen wurden in der historischen Syntax des Deutschen bisher vernachlässigt. Ihre Behandlung ist das Ziel der neun Beiträge dieses Sammelbandes. Alle Arbeiten sind empirisch orientiert und berücksichtigen bisher noch nicht ausgewertete Materialien vom Althochdeutschen bis zur Gegenwartssprache. Theoretisch geklärt werden die Termini Gesamtsatz, Ganzsatz und Periode, das Verhältnis von Vers und Satz in der Bibelsprache und die Möglichkeiten der Ermittlung von Satzgrenzen bei Überlieferungen, in denen in der Gegenwartssprache bekannte Normen der Begrenzung nicht existieren. Neu ist die Verbindung von Syntax und Textlinguistik, indem die Relevanz der Gesamtsätze bei der Konstitution einzelner Textsorten wie Prosaroman, Erzählung, Zunftsatzung, Biographie, Bericht, Vision, Vita Christi und Ordensregel herausgearbeitet wird.

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Subordinationsmarker im Deutschen: Zur Geschichte hypothetischer Vergleichssätze Ulrike Demske 9

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Subordinationsmarker im Deutschen: Zur Geschichte hypothetischer Vergleichssätze Ulrike Demske 1. Worum es geht Die Subordination eines Teilsatzes lässt sich im Gegenwartsdeutschen (= Gwdt.) mittels Verbstellung ebenso anzeigen wie durch geeignete Einlei- tungselemente. Im Regelfall lösen subordinierende Konjunktionen Verb- End-Stellung aus, in Verbindung mit Konjunktionen wie weil und obwohl findet sich das finite Verb jedoch auch in Zweit-Stellung. Das folgende Bei- spiel illustriert die Verbstellungsalternativen für die subordinierende Kon- junktion weil: (1a) Micha geht in den Keller, weil sie ein Geräusch gehört hat. (1b) Es muss hier stark geregnet haben, weil die Straße ist ganz nass. Wie die jüngere Diskussion solcher Fälle gezeigt hat (vgl. etwa Susanne Uh- mann1 oder Anke Holler2), korreliert der Unterschied in der Verbstellung mit einem Unterschied in der Qualität der Subordinationsbeziehung: Weil-Verb- End-Sätze sind integrative Bestandteile ihres Bezugssatzes, während weil- Verb-Zweit-Sätze nur lose mit ihrem Bezugssatz verknüpft sind, was sich mittels der jeweiligen Ausprägung der Satzverknüpfung auf syntaktischer, semantischer, pragmatischer und prosodischer Ebene für (1a) versus (1b) nachweisen lässt. In diesem Beitrag soll es um die hypothetischen Vergleichssätze im Deutschen gehen, deren Subordinationsmarkierung in zweierlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt. Hypothetische Vergleichssätze werden entweder eingelei- tet durch als, dem das finite Verb in Erst-Stellung folgt, oder durch die zwei- teiligen Subjunktionen als ob, als wenn und wie wenn in Verbindung mit 1 Susanne Uhmann: Verbstellungsvariation in weil-Sätzen: Lexikalische Differen- zierung mit grammatischen Folgen. Zeitschrift f...

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