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Geschichte der Gesamtsatzstrukturen vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen

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Franz Simmler and Claudia Wich-Reif

Gesamtsätze, ihre Strukturen und Funktionen wurden in der historischen Syntax des Deutschen bisher vernachlässigt. Ihre Behandlung ist das Ziel der neun Beiträge dieses Sammelbandes. Alle Arbeiten sind empirisch orientiert und berücksichtigen bisher noch nicht ausgewertete Materialien vom Althochdeutschen bis zur Gegenwartssprache. Theoretisch geklärt werden die Termini Gesamtsatz, Ganzsatz und Periode, das Verhältnis von Vers und Satz in der Bibelsprache und die Möglichkeiten der Ermittlung von Satzgrenzen bei Überlieferungen, in denen in der Gegenwartssprache bekannte Normen der Begrenzung nicht existieren. Neu ist die Verbindung von Syntax und Textlinguistik, indem die Relevanz der Gesamtsätze bei der Konstitution einzelner Textsorten wie Prosaroman, Erzählung, Zunftsatzung, Biographie, Bericht, Vision, Vita Christi und Ordensregel herausgearbeitet wird.

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Zur Syntax von Titelblättern des 16. Jahrhunderts Ursula Götz 67

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Zur Syntax von Titelblättern des 16. Jahrhunderts Ursula Götz 1. Einleitung 1.1 Gegenstand Jedes moderne Buch verfügt über ein Titelblatt. Gerard Génette zählt Titel- blätter (ebenso wie Vorworte, Inhaltsverzeichnisse u. Ä.) zum „Paratext“, dem „Beiwerk“, durch das ein Text erst zum Buch wird.1 Als Funktionen des Titelblatts nennt Génette „1. das Werk zu identifizieren, 2. seinen Inhalt zu bezeichnen, 3. ihn in ein günstiges Licht zu rücken“2. Die Geschichte des Titelblatts ist allerdings wesentlich jünger als die Geschichte des Buches. Mittelalterliche Handschriften haben in der Regel kein Titelblatt, bei den Inkunabeln treten Titelblätter zunächst gelegentlich, später immer häufiger auf. „Um 1500 hat sich das Titelblatt als fester Be- standteil des gedruckten Buches durchgesetzt.“3 Dabei hat sich die graphi- sche und sprachliche Gestalt, die heutige Titelblätter kennzeichnet, erst im Lauf der Jahrhunderte entwickelt. Die Anfänge dieser Entwicklung in der Inkunabel- und Frühdruckzeit waren in jüngerer Zeit mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Allerdings lag der Schwerpunkt des Inter- esses bisher im buchgeschichtlichen Bereich.4 Die wenigen sprachwissen- 1 Gérard Genette: Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches. Mit einem Vor- wort von Harald Weinrich. Aus dem Französischen von Dieter Hornig. Frankfurt a. M. 2001. (=suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1510), 10. 2 Genette, Paratexte (wie Anm. 1), 77 mit Bezug auf Charles Grivel. 3 Ursula Rautenberg: Das Titelblatt. Die Entstehung eines typographischen Dispo- sitivs im frühen Buchdruck. Erlangen/Nürnberg 2004. (=Alles Buch. Studien der...

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