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Geschichte der Gesamtsatzstrukturen vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen

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Franz Simmler and Claudia Wich-Reif

Gesamtsätze, ihre Strukturen und Funktionen wurden in der historischen Syntax des Deutschen bisher vernachlässigt. Ihre Behandlung ist das Ziel der neun Beiträge dieses Sammelbandes. Alle Arbeiten sind empirisch orientiert und berücksichtigen bisher noch nicht ausgewertete Materialien vom Althochdeutschen bis zur Gegenwartssprache. Theoretisch geklärt werden die Termini Gesamtsatz, Ganzsatz und Periode, das Verhältnis von Vers und Satz in der Bibelsprache und die Möglichkeiten der Ermittlung von Satzgrenzen bei Überlieferungen, in denen in der Gegenwartssprache bekannte Normen der Begrenzung nicht existieren. Neu ist die Verbindung von Syntax und Textlinguistik, indem die Relevanz der Gesamtsätze bei der Konstitution einzelner Textsorten wie Prosaroman, Erzählung, Zunftsatzung, Biographie, Bericht, Vision, Vita Christi und Ordensregel herausgearbeitet wird.

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Bedingungen: De disciplina suscipiendorum fratrum (RB, K. 58) Claudia Wich-Reif 329

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Bedingungen: De disciplina suscipiendorum fratrum (RB, K. 58) Claudia Wich-Reif 1. Vorbemerkung Einzelne Bereiche der (historischen) Syntax sind schon gut erforscht, hin- sichtlich der Bezüge zwischen Syntax und Textkonstitution gibt es noch vergleichsweise wenige Untersuchungen.1 Anhand eines ausgewählten Kapi- tels aus einem Text, in dem erwartungsgemäß viele Bedingungen formuliert werden, wird ermittelt, wie in einem solchen Text(teil) Marker wie spezifi- sche Subjunktionen und Modalverben in Kombination mit der Verbstellung angelegt sind. Es wird überprüft, wie und wo die kommunikative Funktion Bedingung in einzelnen Textexemplaren in transphrastischen Einheiten als Teil- und Gesamtsätze in einer bestimmten Reihenfolge realisiert ist. Im vorliegenden Beitrag liegt der Fokus auf der Problematik der Ge- samtsatzermittlung und auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden vom Alt- hochdeutschen bis zum 16. Jahrhundert. Nach einem allgemeinen Überblick über die morphologisch, lexikalisch-semantisch und syntaktisch relevanten Einheiten, die Bedingungen konstituieren, geht es um den Wandel in der Korrelation zwischen dem untergeordneten und dem übergeordneten Teilsatz des Bedingungsgefüges, um die Überschrift als besondere syntaktische Struktur und die Bindung bzw. Lösung vom lateinischen Basistext. Dieselbe Thematik – Bedingungen – wird diachron-diatopisch in einem Kongressband zur syntaktischen Variabilität mittels eines kleineren, zeitlich auf das Ende des 13. bis Anfang des 15. Jahrhunderts beschränkten Textkorpus behandelt, anhand dessen Traditionen und Innovationen der westmitteldeutschen im Vergleich zur oberdeutschen Überlieferung aufgezeigt werden.2 1 Vgl. etwa Rosemarie Lühr: Bedingungssätze in altfriesischen Rechtstexten. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 64 (2007), 213–238, hier S. 229– 235. – Zur Forschungsgeschichte syntaktischer Phänomene...

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