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Exil im Nebelland.- Elisabeth Castoniers Briefe an Mary Tucholsky

Eine Chronik

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Edited By Deborah Vietor-Engländer

Elisabeth Castonier, die 1894 in Dresden geborene Tochter des Malers Felix Borchardt, in Dresden, Paris und Berlin aufgewachsen, begann 1917 als Journalistin zu arbeiten. Ende der Zwanzigerjahre hatte sie mit Feuilletons und Zeitungsromanen in Berlin ihren Platz gefunden. Ihr erstes Theaterstück kam im Februar 1933 in Berlin auf die Bühne. Die gegen Hitler kritische Journalistin flüchtete nach Wien, dann 1938 nach England. Sie schrieb zuerst Kinderbücher, dann Eternal Front, ein wichtiges Buch über den religiösen Widerstand in den von Deutschland besetzten Ländern, und war zehn Jahre lang als Landarbeiterin tätig. Das vorliegende Buch enthält ihre Briefe, welche sie von Dezember 1950 bis zu ihrem Tod im September 1975 an die geschiedene Frau und Erbin von Kurt Tucholsky, Mary Tucholsky, geschrieben hatte. Die Korrespondenz stellt eine detaillierte Chronik ihres englischen Exils und ihres früheren Lebens in Deutschland dar.

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Nachwort 585

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585 Nachwort Elisabeth Anna Helena Castonier geb. Borchardt schrieb einmal einen kühnen Satz. „Ich entspringe einer internationalen Retorte, Völkerbund in einer Gestalt.“1 Man staunt. Er enthält, wie viele ih- rer autobiographischen Angaben, viel Phantasie. Der Großvater väter- licherseits war in der Tat, wie sie schreibt, der jüdische Privatbankier Siegfried Borchardt. Die Großmutter war aber keineswegs, wie sie es darstellte, die Französin Helene de la Gardie, sondern eine deutsche Cousine ihres Großvaters, Helene Betty Saling – wie er deutsch- jüdischer Herkunft und getauft.2 Das war also geschwindelt. Als Elisa- beth Castonier am 18. August 1970 (Brief 468) an Mary Tucholsky vom alten französischen Adel ihrer Großmutter Helene de la Gardie berichtete: Es gab ihn nicht. Die de la Gardies waren ein schwedi- sches, seit 1625 gräfliches Adelsgeschlecht französischer Abstam- mung, das im 17. Jahrhundert bis in die höchsten Adelskreise und Staatsämter aufstieg und Schweden entscheidend prägte. Wir wissen nicht, wie Elisabeth Borchardt zu dem Glauben kam, ihre Groß- mutter käme aus dieser Familie. Ihr Vater Felix Borchardt, (geboren 1857) war der vierte Sohn aus der Ehe von Siegfried Borchardt und An dieser Stelle ist Dagmar Frings für vielerlei Auskünfte, Ingrid Kußmaul für Hilfe im Deutschen Literaturarchiv Marbach und Günter Dörmer und Sylvie Steinmetz für Hilfe bei der Transkription der Briefe zu danken. 1 Elisabeth Castonier, Seltsames Muster, München: Winckler, 1971, S. 7. 2 Diese...

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