Show Less

Musik aus Klöstern des Alpenraums

Bericht über den Internationalen Kongress an der Universität Freiburg (Schweiz), 23. bis 24. November 2007

Series:

Edited By Giuliano Castellani

Dieser Band enthält die Berichte des internationalen Kongresses Musik aus Klöstern des Alpenraums (Universität Freiburg i. Ue., 23.-24. November 2007), der eine erste Gelegenheit der Auseinandersetzung und des Zusammentreffens von Spezialisten und Forschern bot, die die Präsenz, Rolle und Bedeutung der Musik in Klöstern des Alpenraums vom 17.-19. Jahrhundert untersuchen. Zu Unrecht von der Wissenschaft vernachlässigt, stellt das musikalische Leben in den Klöstern des Alpenraums ein enormes Interessenpotential dar. Studien zur Musikkultur, der Beschaffung und Zirkulation von Musikquellen, zur internen Produktion und den musikalischen Aufführungspraxen im Rahmen der verschiedenen liturgischen Kontexte, zur Bestellung von Vertonungen bei ‘externen’ Komponisten und zu den Musikalienbeständen der religiösen Institutionen – von Kriegen verschont und daher einzigartig und von unschätzbarem historischen Wert – zeigen sehr deutlich den ganzen Reichtum dieses unerforschten Wissenschaftsgebietes.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

«Theaterstyl» und «Kirchenstyl». Zur Kontrafakturpraxis in den kirchenmusikalischen Zentren der Innerschweiz 71

Extract

71 «Theaterstyl» und «Kirchenstyl» Zur Kontrafakturpraxis in den kirchenmusikalischen Zentren der Innerschweiz GABRIELLA HANKE KNAUS (Bern) «Es ist eine üble und gar nicht taugende Gewohnheit unserer Zeiten, dass man den Theaterstyl so stark in die Kirche, sowohl im Figural als Choralgesange eingeführet hat. Der Theaterstyl hat an sich allemal sei- ne Verdienste, nur aber in die Kirche gehört er so wenig als der Kir- chenstyl sich auf der Schaubühne schicket».1 Was der Fuldaer Benedik- tinerkonventuale P. Odo Staab 1779 in seiner Schrift Anweisung zum einstimmigen Choralgesange, aus der Lehre der besten Meistern anpran- gerte, gehört heute zu den herausragenden Schätzen in den Musika- lienbeständen der kirchenmusikalischen Zentren der Innerschweiz: Es ist die musikalische Praxis der Kontrafaktur, die sich nicht nur im süddeutschen-österreichischen Raum und somit in den grossen katho- lischen Gebieten Mitteleuropas grosser Beliebtheit erfreute, sondern ebenso in den Benediktinerklöstern der Innerschweiz, den Benediktiner- abteien von Einsiedeln und Engelberg, dem mit ihnen musikgeschicht- lich «verwandten» Chorherrenstift St. Michael in Beromünster und der Benediktinerinnen-Abtei St. Andreas in Sarnen. Die Verbreitung des «Theaterstyls» im Repertoire der kirchlichen Zentren der Innerschweiz, die das Stundengebet pflegten und bis heute pflegen, ist ein liturgi- sches und musikgeschichtliches Phänomen, das bis heute einer vertief- ten wissenschaftlichen Auseinandersetzung harrt. Sie setzt eine umfas- sende Quellendokumentation voraus, die nur für den Bestand des Chorherrenstifts St. Michael Beromünster bisher erreicht wurde. Für die Bestände aus Einsiedeln, Engelberg und Sarnen ist diese Dokumen- tation...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.