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Musik aus Klöstern des Alpenraums

Bericht über den Internationalen Kongress an der Universität Freiburg (Schweiz), 23. bis 24. November 2007

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Edited By Giuliano Castellani

Dieser Band enthält die Berichte des internationalen Kongresses Musik aus Klöstern des Alpenraums (Universität Freiburg i. Ue., 23.-24. November 2007), der eine erste Gelegenheit der Auseinandersetzung und des Zusammentreffens von Spezialisten und Forschern bot, die die Präsenz, Rolle und Bedeutung der Musik in Klöstern des Alpenraums vom 17.-19. Jahrhundert untersuchen. Zu Unrecht von der Wissenschaft vernachlässigt, stellt das musikalische Leben in den Klöstern des Alpenraums ein enormes Interessenpotential dar. Studien zur Musikkultur, der Beschaffung und Zirkulation von Musikquellen, zur internen Produktion und den musikalischen Aufführungspraxen im Rahmen der verschiedenen liturgischen Kontexte, zur Bestellung von Vertonungen bei ‘externen’ Komponisten und zu den Musikalienbeständen der religiösen Institutionen – von Kriegen verschont und daher einzigartig und von unschätzbarem historischen Wert – zeigen sehr deutlich den ganzen Reichtum dieses unerforschten Wissenschaftsgebietes.

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Zum Choralgesang mit Generalbass-Begleitung in Tiroler Klöstern des 18. Jahrhunderts 109

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109 Zum Choralgesang mit Generalbass-Begleitung in Tiroler Klöstern des 18. Jahrhunderts HILDEGARD HERRMANN-SCHNEIDER (Innsbruck) Die Chororgel der Zisterzienser-Stiftskirche Stams in Tirol zählt zu den bedeutendsten historischen Orgeln Österreichs. Sie ist unmittelbar an das Chorgestühl angebaut, ihr faszinierender Klang vermag die große Basilika voll auszufüllen. Die Kartusche über dem Mittelfeld ihres Pro- spekts gibt Zeugnis von ihrer Entstehung, sie zeigt die Jahreszahl «1757» und das Wappen des Stamser Abtes Rogerius Sailer (1694 Telfs/Tirol – Stams 1766), unter dessen Regentschaft sie erbaut wurde (Abb. 1). Alfred Reichling hat das anonyme Instrument als Werk des renommier- ten Allgäuer Orgelbauers Andreas Jäger (1704 Roßhaupten – Füssen 1773) identifiziert.1 Die primäre Funktion einer – zumeist in Klosterkirchen vorzufin- denden – Chororgel liegt darin, in Messe und Officium den liturgischen Sängerchor zu stützen, zu begleiten oder mit ihm zu alternieren. Die in der Regel zusätzlich vorhandene große Hauptorgel auf der Empore hingegen kommt vor allem zur Begleitung von Gemeindegesang bzw. für figurale Kirchenmusik zum Einsatz. In Stams liegt nun der seltene Glücksfall vor, dass ein Musikinstrument und Notenmaterial im Origi- nal zusammengehörig und idealtypisch am selben Ort überkommen sind. Das heißt: In Stams haben sich die Chororgel aus dem Jahr 1757 und ein handschriftliches Choralbuch aus der Zeit um 1770/80 erhal- ten, das sich durch einen Kopftitel in seinem Anhang zweifelsfrei als ein mit eben dieser Chororgel gebrauchtes Kompendium zu erkennen gibt. 1 Jäger unterhielt nachweislich ab 1733 seine Werkstatt in...

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