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Musik aus Klöstern des Alpenraums

Bericht über den Internationalen Kongress an der Universität Freiburg (Schweiz), 23. bis 24. November 2007

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Edited By Giuliano Castellani

Dieser Band enthält die Berichte des internationalen Kongresses Musik aus Klöstern des Alpenraums (Universität Freiburg i. Ue., 23.-24. November 2007), der eine erste Gelegenheit der Auseinandersetzung und des Zusammentreffens von Spezialisten und Forschern bot, die die Präsenz, Rolle und Bedeutung der Musik in Klöstern des Alpenraums vom 17.-19. Jahrhundert untersuchen. Zu Unrecht von der Wissenschaft vernachlässigt, stellt das musikalische Leben in den Klöstern des Alpenraums ein enormes Interessenpotential dar. Studien zur Musikkultur, der Beschaffung und Zirkulation von Musikquellen, zur internen Produktion und den musikalischen Aufführungspraxen im Rahmen der verschiedenen liturgischen Kontexte, zur Bestellung von Vertonungen bei ‘externen’ Komponisten und zu den Musikalienbeständen der religiösen Institutionen – von Kriegen verschont und daher einzigartig und von unschätzbarem historischen Wert – zeigen sehr deutlich den ganzen Reichtum dieses unerforschten Wissenschaftsgebietes.

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«Um die Music mit gröserer auferbauligkeit, und mindrer unordnung und ausschweifungen diese hochfeijerliche zeit hindurch vollführen zu können». Einblicke in die Organisation der Musik in der Benediktinerabtei Einsiedeln in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Beispiel der ‹Grossen Engelweihe› 177

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177 «Um die Music mit gröserer auferbauligkeit, und mindrer unordnung und ausschweifungen diese hochfeijerliche zeit hindurch vollführen zu können» Einblicke in die Organisation der Musik in der Benediktiner- Abtei Einsiedeln in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Beispiel der ‹Grossen Engelweihe› CHRISTOPH RIEDO (Freiburg) In einer wundersamen Begebenheit, die sich in der Nacht auf den 14. September des Jahres 948 zugetragen haben soll, hatte der von Konstanz zur Konsekration der Kapelle in Einsiedeln gerufene Bischof davon geträumt, dass Jesus Christus höchstpersönlich in Begleitung eines Engelschores die Kapelle und somit an seiner Stelle geweiht hät- ten. In einem Pilgerführer von 1754, der die Wallfahrer über die Ur- sprünge der Einsiedler Engelweihe unterrichtet, ist nachzulesen, dass in Bischof Conradus’ Traum die Weihe exakt nach den üblichen Gebräu- chen und Zeremonien abgehalten wurde. Zur Seite des Herren standen der hl. Gregor mit dem Weihwedel und St. Petrus mit dem Bischofsstab, vor ihm sollen sich die Heiligen Augustinus und Ambrosius befunden haben. Die singenden Engel ihrerseits hielten goldene Rauchfässer, wobei sie den Weihrauch mit ihren Engelsflügeln verteilten, und «die Jungfrau Maria stuhnde vor dem Altar glantzend wie der Sonnenblitz». Tags darauf, angesichts des aussergewöhnlichen Traumes, zögerte nun derselbe Bischof bei der Konsekration der Kapelle, und als dieser auf Drängen hin dennoch mit der Weihe begann, da erschallete von oben herab ein himmlische Stimm, welche mit höchster Ent- setzung und Schröcken aller Anwesenden, zum drittenmahl also...

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