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Kontinuität des Wandels- Continuity of Change

Bohuslav Martinů in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts- Bohuslav Martinů in Twentieth-Century Music History

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Edited By Ales Brozina and Ivana Rentsch

Die bemerkenswerte Zahl von Bohuslav Martinůs Werken, aber auch ihre Gattungsbreite und stilistische Vielfalt lassen eine einfache Einordnung des Œuvres auf den ersten Blick unmöglich erscheinen. Bei genauerer Betrachtung kristallisieren sich jedoch ästhetische Konstanten heraus, die zwar nicht auf einen einheitlichen Stil, jedoch auf eine während Jahrzehnten nahezu unveränderte Musikauffassung verweisen. Auf der Grundlage seines Ideals erprobte Martinů zeitlebens unterschiedlichste Formen, Gattungen und Stile.
Das Ziel dieses Bandes ist es, diese kompositionstechnische Flexibilität auf der Basis eines verbindlichen ästhetischen Standpunktes in unterschiedlichen Perspektiven zur Diskussion zu stellen. Die Autoren beleuchten Martinůs sämtliche Schaffensperioden: die Jahre im Prag der 1910er, im Paris der 1920er und 30er, im New York der 1940er sowie im Westeuropa der 1950er-Jahre. Den thematischen Rahmen der Publikation bildet die Tatsache, dass das verbindende Charakteristikum des in einem Zeitraum von über einem halben Jahrhundert entstandenen Œuvres paradoxerweise ein immer wieder vollzogener Stilwandel in der Tonsprache – gleichsam eine Kontinuität des Wandels – ist.
The remarkable quantity of works composed by Bohuslav Martinů, as well as their breadth in genre and diversity in style, make a simple ordering of his œuvre seem impossible at first glance. Upon closer observation, however, aesthetic constants crystalize that, while not indicating a unified style, do show a conception of music that remained almost unchanged over the course of the decades. During his lifetime Martinů explored the most diverse forms, genres, and styles on the basis of his ideal.
The objective of this volume is to open a discussion, from various perspectives, of this flexibility in compositional technique based on a unifying aesthetic standpoint. The authors illuminate all of Martinů’s compositional periods: the years in Prague from 1906 to 1923, in Paris during the 1920s and 1930s, in New York during the 1940s, and in Western Europe during the 1950s. The topical framework of the publication is determined by the fact that the unifying characteristic of this œuvre, composed over the span of more than half a century, is paradoxically an ever-more complete stylistic transformation of musical speech – continuity of change, as it were.

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VÍT ZOUHAR»Ich weiß nicht, wie sie mich gefunden haben«. Zu Bohuslav Martinu s Zbojnické písne¡ [Rebellenlieder] undd em Chorzyklus Nové c¡eské písne¡ [Neue tschechische Lieder] 423

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423 »Ich weiß nicht, wie sie mich gefunden haben« Zu Bohuslav Martinuos Zbojnické písne¡ [Rebellenlieder] und dem Chorzyklus Nové c¡eské písne¡ [Neue tschechische Lieder] VÍT ZOUHAR (Prag) Am Ende des Jahres 1956 betonte Bohuslav Martinuo in einigen Briefen, dass er keinesfalls ein Chorkomponist sei und dass er nicht verstehe, warum man ihn auf Chorkompositionen anspreche. Im Oktober 1956 lehnte er eine entsprechende Bitte des Dirigenten MiroslavVenhoda ab und schrieb ihm: Sie wissen, dass ich kein Chorkomponist bin und mir der Chor wesentliche Schwie- rigkeiten bereitet, obwohl einige Chorkompositionen vielleicht gelungen waren, zögere ich trotzdem mehr oder weniger jedes Mal, mich darauf einzulassen.1 Zwei Monate später schrieb er im selben Ton an Zdene¡k Zouhar: »Ich weiss wirklich nicht, wie sie mich gefunden haben, ich bin doch überhaupt kein Chorkomponist, selbst wenn es mir ab und zu gelingt, einen pas- senden Akkord zu setzen.«2 Und fast das Gleiche schrieb er vier Tage später auch nach Polic¡ka: »sie wissen, dass ich kein Chorkomponist bin und dass ich dafür wenig geschrieben habe, und jetzt tun sie so, als ob es 1 Martinuo s Brief vom 27. Oktober 1956, zitiert nach Zdene¡k Zouhar, Sborové dílo Bohuslava Martinuo [Bohuslav Martinuo Chorwerke], Prag 2001, p. 21 (»Vy víte, z¡e já nejsem ›sborový‹ skladatel a sbor mi de¡lá znac¡né potíz¡e pr¡esto, z¡e se mi ne¡které skladby sborové snad podar¡ily, tak vz¡dy více m...

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