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Die Alpen! Les Alpes!

Zur europäischen Wahrnehmungsgeschichte seit der Renaissance – Pour une histoire de la perception européenne depuis la Renaissance

Edited By Jon Mathieu and Simona Boscani Leoni

Die Beschreibung der alpinen Natur und Bevölkerung ist im Allgemeinen verbunden mit dem Selbstverständnis und sozialen Umfeld des Autors. Daraus folgt, dass der Alpendiskurs von Land zu Land stärker differiert als bisher angenommen. Dieser Forschungsbericht befasst sich mit der Wahrnehmung der Alpen in der europäischen Kulturgeschichte. Er schliesst auch die bisher vernachlässigten alpinen Stimmen in die Untersuchung ein. Wie ging die Bevölkerung im Berggebiet mit den Diskursen um, die von den Städten an sie herangetragen wurden? Legte sie sich Identitäten zu, die das Alpine zurückstellten oder gerade betonten?
La description de la nature et de la population alpines est en général liée aussi bien à l’image que les auteurs se font d’eux-mêmes qu’à leur milieu social. Cela explique que le discours alpin diffère davantage selon les pays que ce qui a été considéré jusqu’ici. Ce recueil de contributions se penche sur la perception des Alpes dans l’histoire de la culture européenne. Il intègre dans la recherche les voix alpines négligées jusqu’à présent. Comment a réagi la population de ces régions aux discours sur la montagne et les montagnards tenus par les gens de la plaine ? Se construisait-elle une identité soulignant ou dénigrant plutôt le côté alpin ?

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Aufklärung und Romantik – Les Lumières et le romantisme

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8. «Arme Teufel an Klippen und Felsen» oder «Felsenburg der Freiheit»? Der deutsche Blick auf die Schweiz und die Alpen im 18. und frühen 19. Jahrhundert HOLGER BÖNING I. «Die Geschichte der Alpen», so äussert sich Arnold Zweig in seinem grossen Essay Dialektik der Alpen. Fortschritt und Hemmnis, «gibt im Gro- ben und Abgekürzten die Geschichte Europas, das heisst, unserer Gesit- tung». Zweigs dreihundert Druckseiten umfassende Abhandlung, geschrie- ben im palästinensischen Exil, sollte ein «Schulbuch der Demokratie» sein, sie bietet tatsächlich aber nicht weniger als eine europäische Kulturgeschichte «vom Ende der Eiszeit bis in die Gegenwart», in deren Zentrum die Alpen stehen. In dieser Kulturgeschichte wird dem 18. Jahrhundert die Rolle eines entscheidenden Säkulums für die Wandlung des Alpenbildes zuge- wiesen. «Von jetzt an», so Arnold Zweig, wird dem europäischen Gefühl die Alpenlandschaft als Besitz zuwachsen, der immer tiefer und tiefer reicht. In allen Abwandlungen der Empfindsamkeit wird er sich aus- drücken, die wichtigsten modernen Sprachen erobern, von der Idylle Salomon Gess- ners zum Lehrgedicht (in Albrecht von Hallers Alpen), von Tagebuchaufzeichnungen und Reisebeschreibungen bis zu einem immer dichteren und dichterischeren Erfassen der Wirklichkeit aufsteigen und immer neuen Generationen von jungen Menschen Bausteine liefern zur Entwicklung des trügerischen Bewusstseins, dass die Welt nur so schön sei, um von ihnen verstanden und erobert zu werden. Jetzt erst treten die Alpen als Ganzes ins Lebensgefühl der Menschen wirklich ein und stehen nicht mehr als Hemmung, sondern als Bindung...

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