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Erschaffung und Zerstörung der Schöpfung

Ein Beitrag zum Thema Mythos

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Edited By Michael Fieger and Jörg Lanckau

Mythen und Mythenbildung sind in den Wissenschaften der Postmoderne ein sehr aktuelles Thema. Der vorliegende Sammelband möchte als Beitrag zur kulturgeschichtlichen Arbeit am Thema des Mythos verstanden werden. Der interdisziplinär ausgerichtete Band vereint nach einer thematischen Einführung literaturwissenschaftliche, ägyptologische und bibelwissenschaftliche Perspektiven. Das Themenspektrum reicht von verschiedenen Repräsentationen des Mythischen bis hin zum Vergleich schriftlicher Überlieferungen aus dem antiken Griechenland, Mesopotamien, Ägypten und Israel, die von der Erschaffung der Welt und der Bedrohung in Katastrophen sprechen.

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Schöpfung im Alten Ägypten 131

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Schöpfung im Alten Ägypten SIGRID HODEL-HOENES 1. Einleitung Das griechische „Mythos“ bedeutet „Wort, Rede, Erzählung“ – das Ägyptische kennt hierfür kein Äquivalent. Man kann für Mythos oft Urzeit, Jenseits oder Götterwelt setzen. Mythen vermitteln die Kunde einer vor dem Menschen erschaffenen, über ihn erhabenen Welt. Die auch seine Erde umschliesst und sein Schicksal leitet. Sie setzen als Gegensatz das Bewusstsein geschichtlicher, in die Gegenwart ein- mündender Wirklichkeit voraus und können sich schon deshalb erst nach Anbruch der Geschichte jenseits einer in Annalen und Archiven greifbaren Überlieferung herausbilden. Die Weite menschlicher Vorstellung und Ahnung sind ihre Grenzen, überkommene, rätselvolle Gestalten, heilige Gegenstände und vieldeutige Handlungen ihr Kernbestand an Symbolen des nicht anders Fassbaren.1 Einen Mythos erzählen heisst verkünden, was sich ab initio ereignet hat…. Es handelt sich natürlich um sakrale Wirklichkeiten, denn für die ar- chaischen Gesellschaften ist das Sakrale das eigentlich Wirkliche. …2 Solche in der Götterwelt spielende Handlungen oder Erzählungen sind in Ägypten erst in der spätesten Epoche seiner Geschichte belegt, was nicht bedeutet, dass aus mythischen Bildern, bzw. Sen- tenzen, Geschichten entstehen können. Wie Schott so einfühlsam formulierte: „im Rahmen symbolhaft gedeuteter Wirklichkeit schläft 1 S. Schott, Mythe und Mythenbildung, UGAÄ 15, Leipzig 1945, 28. 2 M. Eliade et al. (Hg.), Die Schöpfungsmythen. Ägypter, Sumerer, Hurriter, Hethiter, Kanaaniter und Israeliten, mit einem Vorwort von M. Eliade, Darm- stadt 1980, 11. Sigrid Hodel-Hoenes 132 noch die Mythe.“3 Wir haben...

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