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Frühe Neuzeit – Späte Neuzeit

Phänomene der Wiederkehr in Literaturen und Künsten ab 1970

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Edited By Alexander Kosenina and Steffen Martus

Die ‘Frühe Neuzeit’ ist eine Reflexionsepoche der Moderne. Besonders in den letzten Jahrzehnten variieren Zeitdiagnosen das Konzept der ‘Wiederkehr’ von historischen Phasen der Vormoderne, um die Gegenwart im Licht der Vergangenheit zu erkennen, um etablierte Selbstbilder zu hinterfragen und alternative Entwürfe zum ‘Projekt der Moderne’ zu ermöglichen.
Die vorliegenden Beiträge fragen danach, ob und inwiefern diese Rückgriffe über vage Anspielungen hinausgehen, auf welche Epochenmerkmale sie rekurrieren und welche kulturelle Funktion die historische ‘Wiederkehr’ im Intervall von ‘Früher’ und ‘Später Neuzeit’ übernimmt. Sie legen den Akzent auf die Analyse von Literatur und Kunst, beziehen aber vielfach philosophische, politische, soziale u. a. Kontexte ein.
Die Aufsätze gehen auf eine internationale und interdisziplinäre Tagung zurück, die 2010 im Aby-Warburg-Haus Hamburg stattfand und vom Nordverbund Germanistik veranstaltet wurde, einer Kooperation der Universitäten HU-Berlin, Bremen, Flensburg, Greifswald, Hamburg, Hannover, Rostock und Vechta.

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Ent-deckung des Mediums im Zeitalter der MedienZur neobarocken Performance „House Lights“der Wooster Group 127

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NIKOLAUS MÜLLER-SCHÖLL Ent-deckung des Mediums im Zeitalter der Medien Zur neobarocken Performance „House Lights“ der Wooster Group I. „Postdramatische“ Bühnenpraxis als ,Wiederkehr‘ vorbürgerlicher Theaterformen Mit Blick auf die Bühnenpraxis der letzten Jahrzehnte lässt sich mit eini- gem Recht vom Phänomen einer ,Wiederkehr der Frühen Neuzeit‘ spre- chen. Nachfolgend soll diese ausgehend von zwei Hypothesen genauer betrachtet werden: 1. Die – in derzeitiger Terminologie formuliert – „postdramatische“1 Bühnenpraxis, stellt sich bei genauerer Betrachtung tatsächlich als ,Wie- derkehr‘ einer Vielzahl von Elementen des Theaters, des Theaterver- ständnisses und der Theatersprachen dar, die von ungefähr 1750 an im Zuge der Herausbildung des modernen, d. h. des bürgerlichen Thea- terverständnisses und speziell des deutschen Nationaltheaters mit seiner Betonung der „Illusion“ und der „Natürlichkeit“ verdrängt und herab- gesetzt wurden. 2. Diese Wiederentdeckung ist nicht ohne Bezug zu einer Welt-Er- fahrung zu begreifen, welche die Gegenwart – die Späte Neuzeit – mit der Frühen Neuzeit bzw. dem Barock verbindet und in Gegensatz zu der gut 200-jährigen Tradition einer bürgerlichen Aufklärung setzt, die aus heutiger Sicht nicht zuletzt auf der Ebene ihres Nachdenkens über die Repräsentation nicht aufgeklärt genug war. Nicht um äußerliche Af- finitäten von Früher und Später Neuzeit also wird es gehen, sondern vielmehr um eine vergleichbare Erfahrung, die sich in vergleichbaren theatralen Formen manifestiert. Diese Hypothesen sollen hier in der Vorstellung und Diskussion ei- ner Performance der New Yorker Wooster...

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