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Modernity and Early Cultures

Reconsidering non western references for modern architecture in a cross-cultural perspective

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Edited By Anna Minta and Bernd Nicolai

At the beginning of the 20th century, the discovery of early cultures exerted a formative influence on modern architecture. Discussions on early civilizations in the Middle East, South-East Asia, and the pre-Columbian cultures of North and South America as well as new perceptions of archaism and primitivism revolutionized the production of art and architecture.
In this anthology, European and North and South American scholars from various fields address art and architectural theory to show the avant-garde’s historical relation to archaeology and its influence on the development of Modernism. Contributors include Can Bilsel (San Diego), Luis E. Carranza (Rhode Island), Johannes Cramer (Berlin), Christian Freigang (Frankfurt), Maria P. Gindhart (Atlanta), Jorge F. Liernur (Buenos Aires), Anna Minta (Bern), and Bernd Nicolai (Bern).

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Readings and Misreadings in East and West

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Klassik vs. Antiklassik Zur Rezeption von nicht-westlichen Kulturen in den französischen Architekturdebatten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Christian Freigang Die Problemkreise, die im Folgenden umrissen werden sollen, gelten zwei Themen: zum einen der traditionellen Frage, in welcher Weise nicht-westliche oder primitive Kulturen auf die moderne Architektur Frankreichs in morphologischer Weise gewirkt haben. Zum anderen geht es im Sinne des Orientalismus-Begriffs Edward Saids darum, in wie weit Fremdheitskonzepte in der Architektur zu Deutungshoheiten über das nationale Eigene transformiert wurden.1 Der Untersuchungszeitraum umgreift das erste Drittel des 20. Jahrhunderts, mithin den Zeitraum, in dem sich die „moderne“ Architektur ausbildete. Als „modern“ seien die Architekturen definiert, die in den Diskursen als dezidiert zeitgenös- sisch markiert sind. Damit sind nicht allein die französischen Vertreter des „Internationalen Stils“ umfaßt, also Le Corbusier, André Lurçat, Rob Mallet-Stevens, Raymond Fischer und einige andere, welche die klassisch- vitruvianische Grammatik der Architektur und ihre historische Referentia- lität in fundamentaler Weise in Frage stellten. Diese Strömung bildete in Frankreich nur eine Minderheit innerhalb der Moderne. Als deren mehrheitlich befürwortete Lösungen gelten vielmehr Idiome, die traditio- nelle Typologien und Motive in einer puristischen Form weiterführen. Typi- sche Vertreter sind etwa Paul Huillard, Michel Roux-Spitz, Albert Laprade, Jean-Charles Moreux, die Brüder Niermans und Auguste Perret. (Abb. 1) Einerseits beanspruchten diese, den veränderten Lebensbedingungen des 20. Jahrhunderts gerecht zu werden und neue Konstruktionsmethoden anzuwenden. Andererseits verschrieb sich diese Moderne dezidiert dem Grundsatz, bestimmte Prinzipien des Vitruvianismus zu tradieren. 1 Edward...

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