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Morgen-Glantz 21/2011

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Edited By Rosmarie Zeller

Der vorliegende Band der Zeitschrift Morgen-Glantz (21, 2011) enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die bei der 20. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 2. - 4. Juli 2010 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war Apokalypse-Deutungen im 17. Jahrhundert in Theologie, Literatur und Kunst. Es werden außerdem Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

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WALTER SPARN - „Zeit-Ordnung“. Der antichiliastische Haupt-Schlüssel über die hohe Offenbarung S. Johannis von Caspar Heunisch (1684) - 159

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WALTER SPARN „Zeit-Ordnung“. Der antichiliastische Haupt- Schlüssel über die hohe Offenbarung S. Johannis von Caspar Heunisch (1684) 1. Einleitung Man kann in der Auslegung und Aneignung der Apokalypse des Jo- hannes im 17. Jahrhundert zwei Tendenzen unterscheiden: eine forciert spiritualistische, nur an der aktuellen End- und Wendezeit interessierte, und eine zwar auch auf Zeitansage zielende, jedoch bewusst mit der ex- egetischen Rekonstruktion der biblisch tradierten Heilsgeschichte arbei- tende Interpretation. Beide Tendenzen enthielten, in der Sicht der luthe- rischen Orthodoxie des 17. Jahrhunderts, heterodoxe oder häretische Elemente, vor allem die Aufweichung des reformatorischen Schrift- prinzips durch Einbeziehung nichtbiblischer Quellen und Rezeption neuerer, meist chiliastischer Prophezeiungen, die sich auf eine kom- mende Tausendjährige Herrschaft der Frommen (Offb 20,2f.) oder auf eine unbedrohte, segensreiche Zukunft der pilgernden Kirche bezogen. Davon gab es viele, wie etwa Jan Amos Comenius’ Sammlung Lux in tenebris (1657). Es gab jedoch auch einen dritten Strang der Interpreta- tion, der sich zum Teil mit dem zweiten berührte, der sich aber strikt an die kanonische Auslegung der Heiligen Schrift hielt und am tradierten heilsgeschichtlichen Rahmen festhielt, wie er in dem aus Visionen des Propheten Daniel extrapolierten Vier-Monarchien-Modell der Ge- schichte geläufig war; eine Interpretation, die sich also von jeglichem Chiliasmus frei halten wollte.1 1 Zur allgemeinen Information vgl. David Hellholm u.a.: Art. Apokalyptik. In: Reli- gion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl. Hg. von Hans Dieter Betz u.a. (RGG 4). Bd. 1. Tübingen 1998, Sp. 590-600; zur Vorgeschichte in der alttestamentlichen und j...

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