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Morgen-Glantz 21/2011

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Edited By Rosmarie Zeller

Der vorliegende Band der Zeitschrift Morgen-Glantz (21, 2011) enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die bei der 20. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 2. - 4. Juli 2010 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war Apokalypse-Deutungen im 17. Jahrhundert in Theologie, Literatur und Kunst. Es werden außerdem Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

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MICHAEL TITZMANN - Newtons Exegese der Apokalypse: Interpretationsregeln und Deutungspraxis - 189

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MICHAEL TITZMANN Newtons Exegese der Apokalypse: Interpretationsregeln und Deutungspraxis Ich muss mich eingangs in doppelter Hinsicht entschuldigen: Weder bin ich Newton-Spezialist, noch geschweige denn gar ein solcher für Apo- kalypse-Deutungen. Und was die Apokalypse – zweifellos der seltsamste Text jenes Bibel benannten Korpus – und dessen unzählige Deutungen selbst anlangt, wird sich von ihm wohl sagen lassen, was Umberto Eco bezüglich okkultistischer Texte einer Figur seines Pendolo di Foucault 1988 in den Mund gelegt hat: „ogni volta che un poeta, un predicatore, un capo, un mago hanno emesso borborigmi insignificanti, l’humanità spende secoli a decifrare il loro messagio.“1 Und nach der Lektüre der Apokalypse mag es geschehen, dass man – wiederum in den Worten Ecos – nur eine neue Erkenntnis gewonnen hat: „la certezza che vi non era nulla da capire“.2 Der Meinung waren nun freilich weder Knorr von Rosenroth noch Newton. Auf den ersten Blick haben der Autor der Kabbala Denudata (1678-1684) und der Autor der Philosophiae naturalis principia ma- thematica (1687) und der Opticks (1704) scheinbar kaum etwas ge- meinsam: der eine versucht sich in einer christlich dominierten, synkre- tistischen Metaphysik, die esoterisch-okkulte Traditionen – wie schon Giovanni Pico de la Mirandola in seinen Conclusiones nongentae (1486) – als eine „prisca philosophia“ bzw. „theologia“ versteht; der andere schafft der mit Kepler – und mehr noch – mit Galilei einsetzen- den „Naturwissenschaft“3 ihr „Paradigma“4. So scheinen beide andere 1 Umberto Eco: Il Pendolo di Foucault. Milano 1988, S. 89: „jedes Mal, wenn ein Dichter, ein Prediger, ein Häuptling,...

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