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Gartenkunst und Wissenschaft

Diskurs, Repräsentation, Transformation seit dem Beginn der Frühmoderne

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Edited By Julia Burbulla and Ana-Stanca Tabarasi-Hoffmann

Geniale Entdeckungen wie auch gewöhnliche Praxen aus den Formal-, Ingenieur- und Naturwissenschaften prägen die Gartenkunst der Neuzeit. Seit jeher reagierte die Gartenkunst auf wissenschaftliche Revolutionen und gab wissenschaftlichen Ergebnissen, Methoden und Stilen einen ästhetischen Ausdruck. Umgekehrt nutzten Macht und Wissenschaft den Garten als Gestaltungsraum, um ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren, und das Gartenmotiv, um ihre Utopien zu veranschaulichen.
Die Beiträge des interdisziplinären Bandes greifen diese vielfältige und spannungsvolle Kooperation erstmalig sowohl im europäischen wie außereuropäischen Kontext auf. Sie machen deutlich, dass eine Gartenforschung, die über die geistig-literarische Kultur hinausgeht, besser imstande ist, die Perioden der Gartengeschichte zu erfassen und die gartenkünstlerischen Werke historisch angemessen zu bewerten.

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Vorbemerkung 7

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Vorbemerkung Der vorliegende Band enthält Untersuchungen zum bislang nur wenig er- forschten Verhältnis zwischen Gartenkunst und Formal-, Ingenieur- und Naturwissenschaften seit der frühen Neuzeit. Seit jeher, und im besonderen Grade seit der frühen Neuzeit, reagierte die Gartenkunst auf wissenschaft- liche Revolutionen und gab wissenschaftlichen Ergebnissen, Methoden und Stilen einen ästhetischen Ausdruck. Umgekehrt nutzten Macht und Wis- senschaft den Garten als Gestaltungsraum, um ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren, und das Gartenmotiv, um ihre Utopien zu versinnbildlichen. Als Projektionsfläche von Ordnungsvorstellungen waren Gärten auch Formen der Reflexion naturwissenschaftlicher Weltzugänge und ihrer kon- kreten, technischen Umsetzung. Hierarchien und Systematisierungen, die für die gesamte Gesellschaft gelten sollten, wurden aus den Naturwissen- schaften entlehnt und im Garten exemplarisch erprobt bzw. hinterfragt und transformiert. Die in den jeweiligen Naturwissenschaften erörterten Natur- begriffe wurden ebenfalls im Garten oder am Modell des Gartens illustriert und in Auseinandersetzung mit emblematischen Naturdarstellungen aus dem Bereich der Künste oder mit wahrnehmungspsychologischen Vorstellungen über die Natur des Menschen und ihr Verhältnis zur übrigen Natur neu vorgestellt. Ihre Weiterreichung oder Verwandlung in verschiedenen histo- rischen, politischen und nationalen Kontexten ermöglichte neue Identifika- tionen. Die interdisziplinär ausgerichteten Beiträge greifen diese vielfältige und spannungsvolle Kooperation zwischen Gartenkunst und Wissenschaft so- wohl im europäischen wie außereuropäischen Kontext auf und stellen die Geschichte der Gartenkunst ins Verhältnis zu Bereichen wie der Wissen- schaftsgeschichte, der nationalen Wissenschaftskultur und Formensprache, Räumen der Verbindung von Experiment und Ästhetik, Religionen, Politik...

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