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Gartenkunst und Wissenschaft

Diskurs, Repräsentation, Transformation seit dem Beginn der Frühmoderne

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Edited By Julia Burbulla and Ana-Stanca Tabarasi-Hoffmann

Geniale Entdeckungen wie auch gewöhnliche Praxen aus den Formal-, Ingenieur- und Naturwissenschaften prägen die Gartenkunst der Neuzeit. Seit jeher reagierte die Gartenkunst auf wissenschaftliche Revolutionen und gab wissenschaftlichen Ergebnissen, Methoden und Stilen einen ästhetischen Ausdruck. Umgekehrt nutzten Macht und Wissenschaft den Garten als Gestaltungsraum, um ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren, und das Gartenmotiv, um ihre Utopien zu veranschaulichen.
Die Beiträge des interdisziplinären Bandes greifen diese vielfältige und spannungsvolle Kooperation erstmalig sowohl im europäischen wie außereuropäischen Kontext auf. Sie machen deutlich, dass eine Gartenforschung, die über die geistig-literarische Kultur hinausgeht, besser imstande ist, die Perioden der Gartengeschichte zu erfassen und die gartenkünstlerischen Werke historisch angemessen zu bewerten.

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ANA-STANCA TABARASI-HOFFMANN „In a small Compass, a model of Universal Nature made private“. Zur Verbindung von Garten, Labor, Bibliothek und Kunstkammer im England des 17. Jahrhunderts 127

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127 „In a small Compass, a model of Universal Nature made private“ Zur Verbindung von Garten, Labor, Bibliothek und Kunstkammer im England des 17. Jahrhunderts ANA-STANCA TABARASI-HOFFMANN Die Londoner Studenten der Rechtswissenschaften feierten die Weihnachts- tage des Jahres 1594 in Gray’s Inn mit Festgelagen, Theater, Tanz und Maskenspielen. Sie wählten auch einen Maskenprinzen, den Prince of Pur- poole, mitsamt Hofstaat, dem sie sich während der Feiertage im Scherz unterwarfen, damit gleichzeitig das Hofzeremoniell für ihre künftigen Ämter im Dienst der Königin Elisabeth einübend. Zum Hofstaat zählten auch sechs Ratgeber des Prinzen in Bereichen wie Kriegsführung, Philosophie, Bauwe- sen, Finanzen, tugendhaftem Regieren und Sinnesfreude im Rahmen viel- fältiger Amüsements und Festlichkeiten. Ihre Wettstreitreden wurden erst 1688 anonym unter dem Titel Gesta Grayorum: or, The History of the High and Mighty Prince, Henry Prince of Purpoole,… who reigned and died A. D. 1594 veröffentlicht; als Autor gilt Francis Bacon, der als Schatz- meister an der Organisation der Aufführungen mitgewirkt hatte. Viele Ratschläge dieses kleinen Fürstenspiegels entsprachen Bacons späteren Reformideen. So empfiehlt der zweite Ratgeber, der sich mit dem Bereich der Philosophie beschäftigt, seiner Hoheit „four principal Works and Monuments of your self“ und entwirft den Plan einer Sammlung aller Wissensbestände seiner Zeit: First, The collecting of a most perfect and general Library, wherein whatsoever the Wit of Man hath heretofore committed to Books of worth, be they ancient or modern, printed or Manuscript, European or...

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