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Die Gründungsgeschichte des PEN-Clubs in der Schweiz

Geleitwort von Dominik Riedo- Nachwort von Kristin T. Schnider

Helen Münch

Diese Studie befasst sich mit der Entstehung von PEN-Zentren in der Schweiz und zeigt die Haltung ihrer Präsidenten als Schweizer Delegierte an den jährlich stattfindenden Kongressen des Internationalen PEN-Clubs, der sich in den Dreissiger- und Vierzigerjahren vor allem mit deutschen Themen beschäftigen musste, da die hohen Ideale der PEN-Charta vom Nationalsozialismus mit Füssen getreten wurden. Dabei kam es zu unschönen Sympathiekundgebungen der Schweizer mit dem deutschen PEN-Club, der sich ganz dem neuen Regime verschrieben hatte und die Hauptprinzipien des PEN verletzte: dass er sich von Politik fernhält, dass er an den freien Austausch von Literatur glaubt, dass die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft Auszeichnung im Literarischen ist, ungeachtet von Nationalität, Rasse oder Glaubensbekenntnis. Er hatte anders denkende Schriftsteller aus seinen Reihen ausgeschlossen und sich weder von deren Verfolgung durch den Staat noch von den Bücherverbrennungen distanziert. Als die deutsche PEN-Gruppe den Internationalen PEN-Club verlassen musste, war dies für die Schweizer eine unberechtigte Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates und ein Verstoss gegen den Leitspruch des PEN, sich politisch nicht zu betätigen. Nach dem Krieg hatten die Schweizer nichts mehr gegen das Politisieren und verlangten den Ausschluss der PEN-Zentren der Ostblockstaaten – insbesondere der von der Sowjetunion beherrschten Ostzone Deutschlands – aus dem Internationalen PEN, da sie als Satelliten der UdSSR dem kommunistischen System angehörten, in dem die Meinungs- und Pressefreiheit unterdrückt wurde, was den Prinzipien des PEN-Clubs widersprach.

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Die Präsidentschaft von Heinrich Straumann 1943–1946 71

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71 Die Präsidentschaft von Heinrich Straumann 1943–1946 Heinrich Straumann wurde in Bel- linzona geboren, besuchte die Pri- marschule in St. Gallen und das Realgymnasium in Zürich, wo er 1921 die Maturität erlangte. Er studierte Germanistik, Englisch und Musikwissenschaft an den Univer- sitäten von Zürich, Berlin und Aberdeen und promovierte 1927 in Zürich. 1927–1928 unterrichtete er Englisch und Deutsch am Lyceum in Zuoz, von 1928 bis 1938 war er Gymnasiallehrer für Englisch und Deutsch an der Kantonsschule in Aarau. 1933 habilitierte er mit seiner Studie „Newspaper Headlines. A Study in Linguistic Method“ und wurde 1939 ordentlicher Professor für englische Phi- lologie an der Universität Zürich, als Nachfolger seines Lehrers Bernhard Fehr. Ab 1947 befasste er sich ausschliesslich mit englischer und amerikanischer Literatur und veröffentlichte 1951 seine Pionierarbeit „American Literature in the Twentieth Century“. 1970 kam es zur Gründung der dem Englischen Seminar angegliederten Nordamerika-Bibliothek, für die er sich geduldig und energisch eingesetzt hatte. 1973 veröffentlichte er „Contexts of Literature: An Anglo-Swiss Approach. Twelve Essays“. 1949 wirkte er als Dekan der Philoso- phischen Fakultät I und 1960–62 als Rektor der Universität Zürich. 1932 heiratete er Emmy Morath und hatte mit ihr eine Tochter namens Kathrin. Als die Ehe geschieden wurde, heiratete er 1951 Hedwig Windler, aus deren Ehe der Sohn Ulrich Daniel stammt. 1958 starb seine zweite Frau. Abb. 6: Heinrich Straumann (1902–1991). 72 1931 machte Straumann in London einen Forschungsaufenthalt,...

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