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Wie Kinder ein Bilderbuch verstehen

Eine empirische Studie zur Entwicklung des Textverstehens- Schulsynode

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Inge Rychener

Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten, einen gelesenen Text zu verstehen – so bestätigt es auch die Pisa Studie 2009. Allen im Bildungsbereich Tätigen ist bewusst, dass sie das Textverstehen bereits bei jungen Kindern aktiv und gezielt fördern sollten. Dabei stellen sich folgende Fragen: Wo kann diese Unterstützung beginnen? Wie versteht ein Kind überhaupt einen Text? Wie sollen Lehrende eine Förderung sinnvoll strukturieren?
Diese Studie analysiert den Entwicklungsstand des Textverstehens von Lernenden der zweiten Primarklasse (4. Bildungsjahr). Der komplexe Prozess des Textverstehens lässt sich dabei in fünf Gruppen von Operationen zusammenfassen. Diese Gruppen ermöglichen es, Textverstehen an lehr- und lernbaren Kriterien festzumachen. Die Autorin untersucht anhand eines Bilderbuches, wie weit die Operationen und deren Zusammenspiel bei Kindern entwickelt sind. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Förderung des Textverstehens von jungen Kindern: Lehrpersonen erhalten ein Instrument, welches ihnen erlaubt, das Textverstehen bei Kindern bereits ab dem frühen Vorlese- und Lesealter gezielt zu fördern.

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7. Analysierung des der Untersuchung zugrunde liegenden Bilderbuchs: ‚Swimmy’ von Leo Lionni (1963) 99

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99 7. Analyse des der Untersuchung zugrunde liegenden Bilderbuchs: ‚Swimmy’ von Leo Lionni (1963) Es ist so, dass ich in Wahrheit überhaupt keine Bücher für Kinder mache. Ich mache Bücher für den Teil in uns – in mir und in meinen Freunden -, der sich nicht geändert hat, der noch kindlich ist. (Lionni, in: Pesch, 1980, S. 118). Diese Aussage Lionnis begründet sowohl die Wahl des Buches ‚Swimmy’ wie auch die Neugier, wie Kinder dieses Buch verstehen, das nicht (nur) für sie geschrieben wurde. Lionni hat viele Bilder- bücher veröffentlicht, in denen, soweit das von mir überblickt werden kann, die Stärke des Schwachen thematisiert wird. Die Darstellung dieses Leitgedankens in Bild und Text geschieht bei Lionni nicht in einer plumpen schwarz-weiss-Manier, sondern in einem Gefüge von Text- und Bild-Aussagen, die in ihrer Gesamtheit das Thema zu- spitzen und die Schwachen siegen lässt, ohne die Starken zu brüskieren. In Lionnis Worten ausgedrückt: Die Hauptgestalt meiner Bücher ist oft ein Wesen, das durch besondere Umstände zum Ausgestossenen, Aufrührer, Opfer oder Helden wird. Seine Geschichte endet glücklich infolge seiner Intelligenz, infolge seiner Energie und seiner Fähigkeit, Auswege zu finden, infolge seiner Güte oder einfach, weil sein Wille und seine Ausdauer die Geschehnisse zu seinen Gunsten wenden. (Lionni, in: Pesch, 1980, S. 122). Lionni möchte, dass seine eigenen Geschichten „die Merkmale des klassischen Dramas aufweisen: Spannung und Lösung.“ (Lionni, in: Pesch, 1980, S....

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