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Abschieds- und Sterbekultur

Gestaltung der letzten Lebensphase mit und in Organisationen

Edited By Ruth Baumann-Hölzle and Egli Consulting

Abschied nehmen begleitet Menschen Zeit ihres Lebens. Im Pflegeheim ist dieses Thema Teil des Alltags: Abschied nehmen vom vertrauten Zuhause, von körperlichen und geistigen Fähigkeiten, von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Das eigene Sterben ist dabei die letzte Phase in diesem Abschiedsprozess.
Die Abschieds- und Sterbekultur befasst sich mit der Gestaltung dieser Prozesse. Sie hat viele Facetten und Aspekte, denn jeder Mensch und jede Situation ist verschieden. Eine Institution kann einem Menschen Abschied, Sterben, Tod und Trauer nicht abnehmen, sie kann diesen existenziellen Dingen aber bewusst Raum geben und eine Kultur entwickeln und leben, die individuelles Abschied nehmen und Sterben erlaubt.
Dieses Buch zeigt auf, welche Möglichkeiten Pflegeheimen dafür zur Verfügung stehen und in welchem kulturellen, sozialen und ethischen Rahmen sich eine Abschieds- und Sterbekultur vollzieht. Dabei werden auch schwierige Themen wie Suizidwünsche von Heimbewohnern, der Umgang mit Patientenverfügungen und Rituale zur Bewältigung von Abschied und Trauer diskutiert. Basis dafür bilden die Erfahrungen, die in einem Projekt zum Thema in der Bethesda Pflege-Residenz in Küsnacht gesammelt worden sind. Reich illustriert vermittelt das Buch die Grundzüge eines humanen Umgangs mit einer existenziellen Herausforderung jedes Menschen.

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Teil 3: Entwickeln und Umsetzen einer Abschieds- und Sterbekultur: eine Anleitung 95

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K ap it el ü b er sc h ri ft 95 Teil 3 Entwickeln und Umsetzen einer Abschieds- und Sterbekultur: eine Anleitung Te ile ü b er sc h ri ft 96 97 9.1 Komplexität und Dynamik einer Organisation Ein Pflegeheim ist als Organisation ein soziales System, das sich durch Komplexität und Dynamik auszeich- net. In einer Organisation arbeiten Menschen zusam- men. Sie agieren miteinander und reagieren aufein- ander. Zudem entwickeln sie sich als Individuen stetig weiter und haben ihre Eigendynamik, die wiederum beeinflusst wird durch die Interaktion, die Rahmenbe- dingungen und Strukturen einer Organisation. Diese Eigendynamik der einzelnen Personen wird zudem von externen Faktoren beeinflusst. Gleichzeitig interagiert und reagiert auch die Organisation als Ganzes auf inter- ner und externer Ebene und ist vernetzt mit anderen Systemen und der Systemumwelt. Diese dynamischen Prozesse schliesslich führen zu einer Ausdifferenzierung verschiedener Strukturen (Beziehungsnetze, explizite und implizite Regeln des Umgangs in einer Organisa- tion etc.), die das System komplex machen. Diese Komplexität und Dynamik einer Organisation gilt es bei der Planung eines Projekts sowie während des Projektprozesses zu bedenken, wobei grundsätzlich zwei 9. Kernprobleme des Projekt managements Ansätze gewählt werden können: Entweder versucht man, Dynamik und Komplexität soweit als möglich «in den Griff» zu bekommen, indem Ziele und Abläufe mög- lichst klar definiert werden; oder die Projektvorgaben werden möglichst offen gewählt und man nimmt damit eine gewisse Unsicherheit in der Entwicklung des Pro- jektes in Kauf. Die Wahl dieser...

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