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20 Jahre Mauerfall

Diskurse, Rückbauten, Perspektiven

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Edited By Marta Fernández Bueno and Torben Lohmüller

Was bleibt mehr als zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer von der Kultur der DDR? Wie wird heute über sie geschrieben und gedacht? Die Beiträge betrachten die ästhetisch-künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ende der DDR sowie das intellektuelle Nachleben. Es melden sich Stimmen aus Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA zu Wort und bereichern die Debatte durch ihre je eigenen Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe. Die Beiträge setzen sich einerseits direkt mit Autoren, die wie B. Brecht, S. Hermelin, C. Hein, E. Loest, I. Morgner, H. Müller und C. Wolf in der DDR gewirkt haben, auseinander. Andererseits richten sie aber auch den Blick auf die Generation der «Zonenkinder» und deren Einfluss auf die aktuelle Erinnerung an die DDR; über den diskursiven und materiellen Umgang mit ihrer Geschichte.

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DAVID BATHRICK Der Widerstand der Ästhetik: Stephan Hermlin als „Public Intellectual“ 31

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Der Widerstand der Ästhetik: Stephan Hermlin als „Public Intellectual“ DAVID BATHRICK Stephan Hermlin galt als einer der anerkanntesten und wichtigsten Schriftsteller der DDR. Sein Werk erstreckte sich über zahlreiche Gat- tungen. Er trat als Lyriker, Erzähler, Übersetzer, Herausgeber und Kri- tiker in Erscheinung sowie als Verfasser von Reportagen, eines Hör- spiels und einer Nacherzählung. Darüber hinaus wirkte er des Öfteren im Rundfunk. Einige seiner Erzählungen wurden von der DEFA ver- filmt. Als freischaffender Schriftsteller und öffentliche Instanz diente Hermlin auch als Mitglied der Akademie der Künste der DDR (1950– 1990), als Vorstandsmitglied des Schriftstellerverbands der DDR, als Vize-Präsident des internationalen P.E.N.-Zentrums (1975) und als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin-West (1976–1997). Für seine schriftstellerischen und essayistischen Leistungen erhielt er zahl- reiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den Heinrich-Heine-Preis, viermal den Nationalpreis der DDR (1950, 1954, 1975 und 1980) und zweimal den Heinrich-Mann Preis (1948 und 1972). Seit den späten 50er Jahren gehörte Stephan Hermlin auch zu den Repräsentanten einer offenen und kritischen Kulturpolitik in der DDR. Er ermöglichte durch seine Kontakte und Hartnäckigkeit das Erschei- nen missliebiger Bücher und wurde erstmals 1962 wegen der von ihm veranstalteten Lesungen junger Lyriker, darunter Wolf Biermann, Sarah Kirsch, Bernd Jentzsch und Volker Braun, bestraft. 1968 protes- tierte er bei Erich Honecker gegen den Einmarsch der Warschauer- Pakt Truppen in die ČSSR mit der Behauptung, dies sei „der schwers- te Schlag gegen den Sozialismus seit 1945.“1 Im...

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