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Narrative Medizin – Erzählende Medizin

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Edited By Martin Frei-Erb

Evidenzbasierte Medizin ist im klinischen Alltag nicht immer von Nutzen, da vor allem chronisch kranke Patienten oft komplexe Krankheitsbilder mit einer individuellen Mischung aus körperlichen, psychischen und sozialen Problemen zeigen. Wie bewältigen Patienten und ihre Angehörigen den Alltag mit solchen Krankheitssituationen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen findet der behandelnde Arzt kaum in Publikationen der quantitativen Forschung. Durch aufmerksames Zuhören erfährt er, wie Patienten ihre Krankheit erleben und empfinden, was für eine Bedeutung sie ihr zumessen und wie sie ihr Leiden in ihrer persönlichen Lebensgeschichte positionieren. Das patientenzentrierte Setting der Narrativen Medizin stärkt das Verhältnis zwischen Patient und Arzt und ermöglicht einen offeneren, persönlicheren Umgang, was dem behandelnden Arzt neue diagnostische und therapeutische Wege eröffnet.
Die Beiträge in diesem Buch stammen aus der interdisziplinären Vortragsreihe zur Narrativen Medizin der Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin KIKOM an der Universität Bern im Herbstsemester 2010.

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BRIGITTE AUSFELD-HAFTER Kranken- oder Lebensgeschichte – Der rote Faden in der Biografie 29

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Kranken- oder Lebensgeschichte – Der rote Faden in der Biografie BRIGITTE AUSFELD-HAFTER Einführung: Der Fadenknäuel und die rote Farbe Die Traditionelle Chinesische Medizin TCM bietet viele Möglichkeiten, den roten Faden in einer Lebensgeschichte zu finden. Zunächst wenden wir uns jedoch dem Ursprung des Fadenknäuels und der roten Farbe zu: In der Geschichte von Ariadne und Theseus in der griechischen Mytholo- gie, da ist der Fadenknäuel, dessen Farbe auch nach Rückfragen bei Archäo- logen nicht zu eruieren war, der Ariadne zum Verhängnis geworden. Sie hat ihn Theseus mitgegeben, als er in des Minotaurus Labyrinth geschickt wurde. Später verführte der Königssohn die Jungfrau und liess sie auf der Insel Naxos zurück, wo sie sich vom Felsen stürzte: Als entehrte Jungfrau war sie ihm nichts mehr wert. Theseus beabsichtigte, den Minotaurus zu tödten, […] ergriff […] wohl aber das einzi- ge Mittel, um sich aus den verschlungenen Gängen des Labyrinths heraus zu finden, einen Fadenknäuel, den ihm Ariadne gab, und den er am Eingang in das Labyrinth be- festigte und abwickelte, beim Zurückgehen aber wieder aufwinden sollte. – Theseus […] kehrte durch der A. Hülfe zurück und entfloh mit ihr; allein falsche Scham hielt ihn ab, das reizende Mädchen, das sich ihm hingegeben, nach Hause zu bringen, da es eine Schande war, ein fremdes Weib als Ehefrau nach Athen zu bringen; er verliess da- her in der Nacht die schöne A. und gab sie auf dem...

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