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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Edited By Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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THOMAS WEGMANN – „Ach, vergeblich das Fahren! “Gottfried Benns Ästhetik des Bleibens und einige konservative Allianzen im literarischen Feld 163

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THOMAS WEGMANN „Ach, vergeblich das Fahren!“ Gottfried Benns Ästhetik des Bleibens und einige konservative Allianzen im literarischen Feld 1950 erschien in der Neuen Zeitung ein Gedicht von Gottfried Benn mit dem Titel Reisen: Meinen Sie Zürich zum Beispiel sei eine tiefere Stadt, wo man Wunder und Weihen immer als Inhalt hat? Meinen Sie, aus Habana, weiß und hibiskusrot, bräche ein ewiges Manna für Ihre Wüstennot? Bahnhofstraßen und Ruen, Boulevards, Lidos, Laan selbst auf den Fifth Avenuen fällt die Leere Sie an Ach, vergeblich das Fahren! Spät erst erfahren Sie sich: bleiben und stille bewahren das sich umgrenzende Ich.1 Wer die unter dem Autornamen Benn publizierten Texte durchmustert – und nicht nur die Gedichte, Essays und Erzählungen, sondern auch die Briefe, Rezensionen und sonstigen Äußerungen –, wird das hier versifi- zierte Motiv des (Zurück)Bleibens rasch wiederentdecken, wenn auch nicht immer im Kreuzreim. Etwa in einem Brief an seinen Verleger Max Niedermayer, dem er 1951 schreibt, dass seine Frau und er als „Stuben- hocker und Provinzler“ gern mit dem Zug führen und von dort die Welt 1 Gottfried Benn: Reisen. In: Ders.: Gesammelte Werke in vier Bänden, hrsg. v. Dieter Wellershoff, Wiesbaden, München 1978, Bd. 3, S. 327. Benns Schriften werden, wenn nicht anders angegeben, fortan nach dieser Ausgabe mit der Sigle: GW zitiert. THOMAS WEGMANN 164 beschauten.2 Den „Stubenhocker“ gibt Benn auch im Briefwechsel mit Ernst Jünger, der die Jahre zwischen 1949 und 1956 umfasst.3 Hier ein sich...

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